20.01.2012
Von Maren Bonacker
Serie: 200 Jahre Märchen der Gebrüder GrimmRapunzel, der Wolf - und das Bürle
Märchenhafte Auftaktveranstaltung zum Gebrüder-Grimm-Jahr in Wetzlar
Mit "Rosenrot und Rabenschwarz" wurde die Veranstaltungsreihe "Märchenhaftes Wetzlar 2012" eröffnet. Dabei mag der vielversprechende Untertitel "Märchen der Gebrüder Grimm von Liebe, Treue, Lug und Trug" zur Fülle an Besuchern beigetragen haben, oder aber die verheißungsvolle Ankündigung, neben den Originaltexten von 1812 auch Gedichte und Parodien rund um die Grimmschen Märchen zu Gehör zu bringen. Zu guter Letzt hat Hannelore Marzi als regelmäßiger Gast der Phantastischen Bibliothek Wetzlar mittlerweile schon ihre eigene Fangemeinde. Wer einmal in den Genuss der frei vorgetragenen Märchen gekommen ist und um den feinen Witz und die stets überzeugende Textauswahl der Frankfurter Märchenerzählerin weiß, wird wohl kaum eine Veranstaltung mit ihr versäumen. Auch am Donnerstag traf sie den richtigen Ton. Mit dem romantischen Märchen "Von dem Sommer- und Wintergarten" - den meisten Zuhörern wohl in abgewandelter Form als "Die Schöne und das Biest" bekannt - eröffnete sie den Abend, um schon im zweiten Text vom "Singenden Knochen" auch die makabere Seite der Gebrüder Grimm zu beleuchten.

Begeisterten über 100 Gäste: ... | Foto: mittelhessen.de
Lug und Trug sollte im dritten Märchen "Von der Serviette, dem Tornister, dem Kanonenhütlein und dem Horn" nicht zu kurz kommen.
Hier tauscht der Schwarzenfelser eine sich selbst mit Leckereien deckende Serviette gegen magische Gegenstände ein, um sie sich wieder zurückzustibitzen. Für schadenfrohes Gelächter sorgte "Das Bürle", ein armes Bäuerlein, das nichts weiter besitzt als ein geschnitztes Kälbchen, es aber mit Bauernschläue und der Dummheit seiner Mitbürger zu Reichtum bringt. Mit "Rapunzel" beendete Hannelore Marzi den Grimmschen Teil und rundete ihn mit humorvollen Gedichten von Wilhelm Busch ("Die kühne Müllerstochter"), Heinz Erhardt ("Der alte Wolf - auch'n Märchen") und Shel Silverstein ("Königin") ab.
Umrahmt wurde der Abend von Illustrationen der Grimmschen Märchen
Humorvoller Höhepunkt war das Gedicht vom "Dornröschen" aus der Feder des deutschen Kabarettisten und Dichters Friedhelm Kändler. Die Pausen füllte Jonny Robels mit verspielten, verträumten oder vergnügten Melodien auf der keltischen Harfe. Die beiden Künstler ergänzten sich wunderbar, wovon der anhaltende Applaus der Zuhörer zeugte. Umrahmt wurde der Abend von Illustrationen der Grimmschen Märchen aus 200 Jahren. Die Ausstellung wird bis 3. Februar in der Phantastischen Bibliothek zu sehen sein.
Informationen gibt es unter www.phantastik.eu oder (06441) 40010.
Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 20.01.2012 um 16:29:12 Uhr
Letzte Änderung am 18.07.2012 um 13:17:05 Uhr
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