
Möglicherweise hat der Mann den Tod einer Patientin zu verantworten, die er an der Bandscheibe operiert hatte. Er ist seit Monaten mit seinen Angehörigen verschwunden. Dass mit den Papieren des Mannes etwas nicht stimmte, war in einem Magdeburger Bürgerbüro aufgefallen. Nachweislich hatte er sich seit 1983 ununterbrochen in Deutschland aufgehalten. Laut seinen Urkunden war er aber angeblich von 1986 bis 1995 zu einem Medizinstudium in Ägypten gewesen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich bei allen Dokumenten um Kopien mit sonderbaren Siegeln. Originale habe der mutmaßliche Hochstapler nie vorgelegt. Ihm wurde daraufhin die Approbation aberkannt.
Falscher Arzt arbeitete zwei Jahre lang in Marburg
„Eine Gefährdung von Patienten können wir nach jetzigem Wissensstand ausschließen“, sagte Jochen Werner, ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Marburg, am Montag zum "Focus"-Bericht. Der Beschuldigte sei vom 1. November 2002 bis zum 31. Oktober 2004 als Assistenzarzt in der Klinik für Neurochirurgie in Marburg angestellt gewesen.
Eine erste Durchsicht von Operationsunterlagen habe ergeben, dass der Mann stets unter Aufsicht tätig gewesen sei: "Das ist bei Assistenzärzten so üblich." Fehler oder Beschwerden seien bislang nicht entdeckt worden.
"Die Prüfung der Bewerbungsunterlagen ergab damals keine Beanstandungen", heißt es in einer Mitteilung des Klinikums: "Das Hessische Landesprüfungsamt für Heilberufe in Frankfurt erteilte ihm am 25. Oktober 2002 die Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufes gemäß Paragraph 10 der Bundesärzteordnung für die Zeit vom 1. November 2002 bis 31. Oktober 2004."







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