Ministerin sorgt sich um Klinikum

Eva Kühne-Hörmann kritisiert Rhön-Klinikum AG
Das  Interesse beim Tag der offenen Tür 2011 zeugte davon, wie wichtig das Uniklinikum in Gießen für die Menschen in der
Das Interesse beim Tag der ...

Die Pläne zum Stellenabbau am UKGM seien von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft und bedürften daher "einer dringenden Befassung durch die Gesellschafterversammlung", so ein Schreiben an UKGM-Geschäftsführerin Irmgard Stippler.

Kühne-Hörmann teilt die Kritik der Universitätspräsidenten Katharina Krause (Marburg) und Joybrato Mukherjee (Gießen): "Das Klinikum verabschiedet sich offenkundig von der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Präsidien und Dekanaten der beteiligten Universitäten." In der gemeinsamen Stellungnahme heißt es weiter: "Wir sind in großer Sorge, dass die Forschung massiv beeinträchtigt wird, wenn die in der Presse kursierenden Personalabbaupläne umgesetzt werden." Kühne-Hörmann, Krause und Mukherjee zeigten sich zudem verärgert darüber, dass sie bisher keine Informationen über die geplanten Schritte erhalten haben: "Das Klinikum setzt sich in skandalöser Art und Weise über die vertragliche Verpflichtung zur frühzeitigen Information ihrer universitären Kooperationspartner hinweg. Wir werden alle vertraglichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Schaden von der wissenschaftlichen Entwicklung der Hochschulmedizin in Marburg und Gießen abzuwenden. Dies wird die Nagelprobe für den bestehenden Kooperationsvertrag. Er soll und muss gewährleisten, dass in Marburg und Gießen auch in Zukunft herausragende Forschung und eine Ausbildung auf hohem Fachniveau verwirklicht werden kann", heißt es in einer Pressemitteilung.

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"Offenbar geht die Rhön Klinikum AG von einer völlig falschen Renditeerwartung aus", so Krause und Mukherjee. "Ein Universitätsklinikum kann nicht wie jedes andere Krankenhaus im Rhön-Konzern im Hinblick auf Gewinnmaximierungsmöglichkeiten und die Erfüllung von monetären Aktionärsinteressen betrachtet werden", kritisierten sie.

Pföhler: UKGM muss ein wirtschaftlich gesundes Klinikum bleiben

Rhön-Klinikum-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pföhler machte in einer Pressemitteilung die Rechnung aus seiner Sicht auf: Die Erlöse des UKGM würden 2012 voraussichtlich nur um 0,7 Prozent wachsen, während allein die Personalkosten um mindestens 3,5 Prozent steigen werden. "Wir müssen unsere Kostenstrukturen und damit auch den Personaleinsatz kritisch hinterfragen, wenn das UKGM ein betriebswirtschaftlich gesundes Klinikum bleiben soll", so Pföhler.

Entscheidungen über einen Stellenabbau habe es aber bisher nicht gegeben, unterstrich der Vorstandsvorsitzende. Seit Anfang 2010 wisse der Betriebsrat, dass nach Realisierung der Neubauten der Abbau von Personal erforderlich werden würde. "In der komplexen Übergangsphase des Umzugs" seien seit Anfang 2010 jedoch zusätzlich rund 200 Vollzeitstellen geschaffen worden. Eine Verringerung des Personalstands solle möglichst über natürliche Fluktuation und das Auslaufen befristeter Verträge erfolgen.

"Die Geschäftsführung des UKGM wird in den nächsten Wochen mit den Betriebsräten verhandeln", kündigte Wolfgang Pföhler an. Die Zahl der Mitarbeiter am UKGM gab er mit 9658 an. Davon seien rund 3700 durch einen bis 2015 laufenden Tarifvertrag vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Pföhler: "Kompromisse zu Lasten unserer Patienten wird es im Zuge dieser Einsparungen nicht geben. Ebenso werden wir weiterhin darauf achten, dass die Arbeitsbelastungen für unsere Mitarbeiter in einem akzeptablen, zumutbaren Rahmen bleiben."

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Dokument erstellt am 29.02.2012 um 16:55:10 Uhr
Letzte Änderung am 18.07.2012 um 13:33:04 Uhr
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