Hospizdienst Immanuel wächst

Gladenbacher Verein wird zum Versorgungswerk ambulanter Sterbebegleitung
Susanne Schneider (rechts) und Doris Pitzer sind die beiden Koordinatorinnen des Hospizdienstes  Immanuel, der sein Büro
Susanne Schneider (rechts) und ... | Foto: mittelhessen.de

"Wir richteten deshalb unser Augenmerk auf den ambulanten Dienst", erklärt Dekan Matthias Ullrich, Vorsitzender des Vereins. Bereits im Jahr 2006 wurden die ersten 15 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ausgebildet. Heute verfügt Immanuel über 50 geschulte Einsatzkräfte für die Sterbebegleitung. Und über rund hundert Mitglieder.

Die Anfragen und Bitten um Unterstützung in den oft schwierigen und von schweren Krankheiten geprägten letzten Lebensphasen häufen sich. Sie kommen von Pflegediensten, Altenheimen, Ärzten und Privatpersonen.

Wenn Familienangehörige an den Rand ihrer Kräfte kommen und Hilfe wünschen, können die Koordinatorinnen des Vereins, Susanne Schneider und Doris Pitzer, weiterhelfen. In einem ersten Besuch lernen sie die entsprechende Familiensituation kennen, fragen nach Wünschen der Betroffenen, schätzen ein, welche Hilfeleistung erforderlich ist. "Wir versuchen, die Menschen da abzuholen, wo sie sind. Die Betroffenen geben die Richtung vor. Wir gehen mit", macht Susanne Schneider deutlich.

Dazu bedarf es einer professionellen Ausbildung . "Es sind ja immer Krisensituationen, in die wir da kommen", so die Koordinatorin.

Finanzieller Grundstock nötig

Gemeinsam mit ihrer Kollegin teilt sie die Ehrenamtlichen ein, sucht, wer in welche Familie passen könnte. Und hat ein Augenmerk darauf, dass die Helferinnen und Helfer nicht überfordert werden. Dazu bekommen diese alle vier Wochen eine Supervision, nehmen an Fortbildungen und Reflexionen teil.

Der Supervisor wird vom Verein bezahlt. Auch die Schulung der Ehrenamtlichen muss bezahlt werden, das Büro in Gladenbach, die Koordination der Einsätze - aus dem einst in Bottenhorn gegründeten Verein mit Zentrale im Wohnzimmer von Susanne Schneider ist eine Einrichtung geworden. Ein Versorgungswerk, das aus dem Hinterland nicht mehr wegzudenken ist. Damit es tragfähig und existent bleibt, muss jetzt ein finanzieller Grundsockel geschaffen werden. "Wir brauchen 60 000 Euro, um den Verein entsprechend seiner Nachfrage von Seiten der Bevölkerung aufstellen zu können", macht Dekan Matthias Ullrich deutlich.

Ihm zur Seite steht als zweiter Vorsitzender Gladenbachs katholischer Pfarrer Dr. Hermann-Josef Wagener. Dennoch ist der Verein eigenständig und nicht an die Kirche gebunden. Er steht allen offen, unabhängig von der Konfession. Der Hospizgedanke ist in den 80er Jahren aus einer Bürgerbewegung heraus entstanden. In seinem Mittelpunkt steht der Dienst am Menschen - und der ist auch in der letzten Lebensphase keinesfalls nur voller Leid, Tod und Schmerz. Im Gegenteil. Gerade da erleben Menschen häufig eine sehr intensive Zeit, die überaus bereichernd sein kann. "Da ist ganz viel Leben und Dankbarkeit und auch Freude", sagt Susanne Schneider.

Eine Woche lang stellen wir jeden Tag die vielfältige Arbeit des Hospizdienstes Immanuel vor: Morgen lesen Sie ein Interview mit Dekan Matthias Ullrich. Den Hospizdienst erreichen Sie unter (0174) 8744533. Mehr Infos finden Sie auf www.hospizdienst-immanuel.

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Dokument erstellt am 14.10.2011 um 18:17:23 Uhr
Letzte Änderung am 18.07.2012 um 12:37:50 Uhr
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