"Ich habe nie von einem Porsche geträumt"

20 persönliche Fragen an Klaus Valeske

Klaus Valeske: Überhaupt nicht. Es ist ein Ansporn.

Was war der bisher größte Fehler des amtierenden Landrats?

Valeske: Ich habe seine persönliche Handschrift in der Politik nicht gesehen. Die habe ich nur beim Umbau des Kreishallenbades einmal gesehen.

Ist ein Landrat nur ein "Grüßaugust"?

Valeske: Nein, es ist ein wichtiger Posten. Er hat viel Autorität, weil er direkt gewählt ist. Ein direkt gewählter Politiker kann kein August sein.

Halten Sie das Amt für überbezahlt?

Valeske: Ein Gehalt soll dem angemessen sein, wie viel Arbeit man hat und wie qualifiziert die ist. Und ich glaube, dass die Arbeit eines Landrats hochqualifiziert ist und er viel Verantwortung trägt. Nicht angemessen ist, wenn man für Posten, die man qua Amt hat, zum Beispiel im Verwaltungsrat der Sparkasse, Geld erhält. Das steht dem Kreis zu.

Was wäre Ihre allererste Amtshandlung?

Valeske: Ich stehe dafür, Politik dem Bürger wieder nahe zu bringen und ihm Möglichkeiten zu geben, sich jeden Tag an Politik zu beteiligen.

Was wollten Sie als Kind werden?

Valeske: Archäologe.

Wo wollen Sie alt werden?

Valeske: Klar, zu Hause.

Wer hängt in Ihrem Büro an der Wand?

Valeske: Bilder meiner Familie und vieler OP-Kinder.

Glauben Sie, dass es in der Politik echte Freunde gibt?

Valeske: Sie haben genauso Freunde in der Politik wie am Arbeitsplatz. Aber Freunde, für die man die Hand ins Feuer legt, sicher nicht so viele.

Muss man als Politiker lügen können?

Valeske: Nein.

Welchen Job hätten Sie gern für einen Tag?

Valeske: Bei einer Ausgrabung als Archäologe mitmachen würde ich gern.

Welche verstorbene Person hätten Sie gern mal getroffen?

Valeske: Es gibt viele Verstorbene, von denen ich wünsche, sie würden noch leben. Aber treffen? Nein.

Haben Sie ein politisches Vorbild?

Valeske: Helmut Schmidt. Der hatte eine unglaubliche Arbeitsleistung. Bei dem habe ich wirklich gesehen, dass er das alles für Deutschland leistet, nicht für die SPD.

Haben Sie mal in einer WG gelebt?

Valeske: Nein.

Welche drei Dinge nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?

Valeske: Ich bin gern mit Menschen zusammen. Wenn ich was tolles sehe, brauche ich jemanden. Also ich würde meine Familie einpacken.

Gibt es Stellen im Landkreis, für die Sie sich schämen?

Valeske: Es gab im Kreistag mal einen Antrag zu Taschengeld für Hartz-IV-Kinder. Dabei ist herausgekommen, dass das 3000 Kinder sind in unserem Landkreis sind. Da habe ich mich geschämt.

Sie gewinnen überraschend eine Million im Lotto. Was tun Sie?

Valeske: Ich habe nie davon geträumt, einen Porsche zu kaufen oder so. Ich würde meine Familie absichern. Und für den Rest gibt es viele Leute, die es gebrauchen könnten.

Sommer oder Winter?

Valeske: Ich bin ein Frühjahrstyp.

Tee oder Kaffee?

Valeske: Ich hab früher nur Tee getrunken, aber zwischen zwei OP-Pausen trinke ich auch mal einen Kaffee.

Wie lautet ihr Lebensmotto?

Valeske: Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

(pre)

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Copyright © mittelhessen.de 2012
Dokument erstellt am 05.08.2012 um 13:28:00 Uhr
Letzte Änderung am 04.09.2012 um 15:30:13 Uhr
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