Was einer Stadt alles gehört

Limburg eröffnet die Bilanz

Mit dazu gehört auch die Erstellung einer ordentlichen Eröffnungsbilanz - quasi ein Kassensturz, in dem das Vermögen, das Kapital und die Schulden und Verbindlichkeiten bewertet werden sollen.

Bewertung der Sachvermögen ist auch für Rechenfüchse nicht einfach

Keine einfache Angelegenheit, selbst für Rechenfüchse unter den Buchhalter, wie den Limburger Kämmerer Ekkehart Rating: Alles brauchte Zeit. Viel Zeit. Bürgermeister Martin Richard machte das nichts aus. Er ist froh darüber, dass die Rathaus-Mannschaft das Projekt in eigener Regie abwickeln konnte: "Das ist mit Blick auf andere Städte, die dafür teilweise Zig-Tausende an externe Berater gezahlt haben, nicht gerade selbstverständlich."

In Limburg wurde die Doppik zum 1. Januar 2008 eingeführt und für diesen Zeitpunkt wurde nun eifrig berechnet.

So kommt die Eröffnungsbilanz auf eine Bilanzsumme von knapp 173 Millionen Euro. Dabei ist natürlich die Bewertung des Anlagevermögens, das alleine fast 90 Prozent der Bilanzsumme vereinnahmt, von besonderer Bedeutung. Dieses Anlagevermögen wird grundsätzlich mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet und - abgesehen von den Grundstücken - linear abgeschrieben. Grundstücke werden mit tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet. "Aber man kann sich leicht vorstellen, dass bei einer 1100 Jahre alten Stadt für einen Großteil der Grundstücke diese Unterlagen nicht zur Verfügung standen", meint Richard. Somit ergaben sich alleine bei den Grundstücken sieben Bewertungsgruppen, die zu Grundstückswerten von über 46 Millionen Euro führten. Allein 21 Millionen stecken in bebaubaren Flächen oder Bauerwartungsland.

Den größten Posten im Anlagevermögen stellen aber nicht die Grundstücke dar, sondern das Infrastrukturvermögen in Höhe von rund 61 Millionen Euro. Hierzu zählen in erster Linie Straßen und Kanäle, für die natürlich auch nur teilweise die tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgelegen haben. So griffen Ratung und Co. auf Durchschnittsbeträge je Straßenkilometer zurück, die nach speziellen Vorgaben des Gesetzgebers zu ermitteln waren.

Dagegen waren andere Positionen unproblematisch zu erfassen: So kennt die Stadt natürlich ihr Finanzanlagevermögen und ihre flüssigen Mittel sehr genau: 2008 waren es 20,5 Millionen Euro.

21 Millionen Euro stecken in Grundstücken, die bebaut werden können

"Damals konnten wir vor Kraft kaum laufen", blickt Richard zurück. Dass die Verbindlichkeiten mit 20 Millionen gerade mal 11,6 Prozent der Bilanzsumme ausmachen, hält Richard für "solide".

Für andere Positionen gibt es Bestandslisten: So beläuft sich zum Beispiel die Betriebs- und Geschäftsausstattung auf etwa 3,4 Millionen Euro. Darin ist der Fuhrpark allein mit 2,1 Millionen Euro enthalten. Über diese Zahlen werden als nächstes die Gremien brüten: Die Eröffnungsbilanz liegt dem Rechnungsprüfungsamt vor und soll nach Prüfung durch die Stadtverordnetenversammlung festgestellt werden.

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Dokument erstellt am 27.05.2010 um 22:15:27 Uhr
Letzte Änderung am 17.07.2012 um 15:43:26 Uhr
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