09.07.2010
Von Uwe Röndigs
Serie: Sind die Kommunen noch zu retten?Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße
Das KidsCollege war der Versuch, Jugendarbeit zu koordinieren - jetzt gehen die Kommunen doch wieder getrennte Wege
Interkommunale Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße. Das zeigt das Beispiel KidsCollege deutlich. Der Einsatz von Streufahrzeugen oder die Einrichtung von Ordnungsbezirken ist die eine Sache - Sozial- und Jugendpolitik eine andere. Zielsetzungen können auseinanderdriften, Projekte sich in eine nicht mehr gewünschte Richtung entwickeln, andere (vor allem auch personelle oder persönliche) Probleme auftauchen und zu Entscheidungen zwingen, es können Spannungen zwischen den Beteiligten im Hinblick auf die Lasten oder die Verteilung des Nutzens auftreten. Vieles von dem mag im Fall der Kinderuni zum Scheitern beigetragen haben. Viele angekündigte Überlegungen, das KidsCollege durch eine Teensacademie besonders für schwächere Kinder und Jugendliche zu ergänzen und ein Angebot für Hauptschüler bei der Berufsorientierung zu machen, sind ad acta gelegt.
Zum Schluss Zoff um Finanzen
Löhnberg wird mehr wert legen auf die Ergänzung des Schulangebots. Für Bürgermeister Frank Schmidt (SPD) ist vor allem das Betreuungsangebot eine Neuorientierung für das "KidsCollege": "Wir wollen damit mehr in die Ferien und die Mittagsbetreuung gehen, um mehr Kinder zu erreichen", so Frank Schmidt. Streit mit der Gemeinde Weinbach gab es wegen angeblich ausbleibender Zahlungen für die Jugendarbeit. Wegen der "schlechten Erfahrungen", die Weinbach in der Kooperation mit Löhnberg gemacht habe, will die Gemeinde nun ein Konzept für eine eigene Jugendarbeit entwickeln, hieß es auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung.
Die Leidtragenden waren in Weinbach die Kinder und die Eltern, kritisiert Elternsprecherin Katja Knöpp. Ein Waldpädagogik-Seminar in Weinbach, auf das sich die Kinder gefreut hatten, wurde "urplötzlich" aus dem Löhnberger Rathaus abgesagt.
In Weilburg, wo in SPD-Kreisen ohnehin das Bildungskonzept als Konkurrenz zur offenen Jugendarbeit gesehen wurde, haben die politisch Verantwortlichen anderes im Sinn: zum Beispiel die Stärkung der Waldpädagogik sowie der Arbeit in Jugendräumen und auf der Straße. War nach dem Ausstieg Heimanns immer von einer "Neujustierung" des KidsCollege die Rede, ist jetzt klar: Eigentlich ist es tot.
Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 09.07.2010 um 19:11:13 Uhr
Letzte Änderung am 18.07.2012 um 14:56:45 Uhr
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