
Futtersuche an Samenständen
Nicht auf die Distelarten wie Ackerdistel, Gänsedistel, Kratzdistel und Karden ist der Stieglitz dabei angewiesen, auch Hirtentäschel, Ampfer, Wegerich, Mädesüß, Vogelmiere, Sonnenblume, Beifuß, Knöterich und sogar Kieferzapfen und Birkensamen lässt er sich schmecken. Nur seine Jungen bekommen ein paar Tage lang Protein-Kost aus Blattläusen und Räupchen, sie steigen jedoch schon bald aufs Samen-Müsli um.
Stieglitze leben in monogamer "Saisonehe", die eine Brutzeit hält. Sie verteidigen kein Revier, sondern nur den Bereich rund um das Nest gegen Artgenossen. "Vögel, die weit umherstreifen müssen, um Nahrung zu finden, nämlich dort, wo gerade größere Pflanzenbestände fruchten, können es sich sparen, viel Energie zur Revierverteidigung einzusetzen", erklärt der Ornithologe Thomas-Griesohn-Pflieger (Hattingen). In Zusammenarbeit mit ihm ist dieser Serienteil für den "Vogel des Monats" entstanden. "So ist der Stieglitz immer dort zu finden, wo gerade Unkräuter Samen tragen."
Stieglitze bleiben auch in den Wintermonaten in unserem Landkreis. Nur bei extremer Kälte oder ebensolchem Schneefall weichen sie in mildere Regionen aus. Auch am Futterhaus lassen sich Stieglitze gerne blicken, sind dem Knacken dicker Sonnenblumenkerne indes nicht gewachsen. Die feinen Meisenknödel allerdings munden ihnen offenbar vorzüglich.
Farbenfroh dank Bescheidenheit
Schließlich darf eine Legende über den kleinen bunten Finken, der hierzulande wegen seines hübschen Aussehens und des wohlklingenden Gesangs auch häufig als Käfigvogel gehalten wurde, nicht unterschlagen werden. Nicht nur, dass der Stieglitz wegen seines Bezugs zur Diestel in der christlichen Mythologie und auf religiösen Darstellungen häufig auftaucht. Das Internetlexikon "wikipedia" kennt die Geschichte, wie der Stieglitz zu seinem bunten Federkleid gekommen ist: "Als Gott allen Vögeln ihre Farben gab, blieb der Stieglitz bescheiden in der hintersten Ecke sitzen. Schließlich kam er als Letzter zu Gott, der keine Farbe mehr hatte. Da suchte Gott aus jedem Topf noch einen kleinen Tupfer: So kamen der rote Schnabelgrund, der schwarze Scheitel, die schwarzen Flügel und der Schwanz zustande, die gelbe Binde über den Flügeln, die weißen Tupfen an Kopf, Flügeln und Schwanz, der lichtbraune Rücken und die gelbweiße Unterseite."







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