Der überzeugte Christ legte in seiner langen 14-jährigen Dienstzeit als Polizeipräsident für den Lahn-Dill-Kreis und die Kreise Gießen, Friedberg und Marburg-Biedenkopf immer viel Wert auf Bürgernähe. Er habe seinen Beruf geliebt, auch wenn sich da zwangsläufig dunkle Kapitel aufschlossen, sagt Meise heute.
Das Lob für die heimische Polizei kommt ihm leicht und ehrlich über die Lippen. Besonders würdigt er die permanent hohe Aufklärungsquote der Polizei im Lahn-Dill-Kreis, die sich stets in der hessischen Spitzengruppe befinde.
Das Thema Kriminalität verfolgt Meise auch gern literarisch. Gegenwärtig befasst er sich mit der "Reise ins Reich der Camorra", von Roberto Saviano Gomorrha, einer eingehenden Studie über die Praktiken der Mafia. Daneben liest er noch Josef Ratzingers (Papst Benedikt XVI.) "Jesus von Nazareth".
Gartenarbeit und Familie
Meise, der 1940 in Fritzlar geboren wurde, ist seit 1964 mit Maria Grazia, einer waschechten Florentinerin, verheiratet. Mit ihr verbindet ihn auch seine Liebe zur Toskana und deren Hauptstadt. "Mein Hobby ist Florenz", sagt er spontan und weil es dort noch das Haus der inzwischen verstorbenen Schwiegereltern gibt, müssen die Meises zwangsläufig häufig zu "ihrem zweiten Wohnsitz". Deshalb auch spricht er fließend Italienisch und war einige Jahre Vorsitzender der Deutsch-Italienischen Gesellschaft in Wetzlar.
Zur Familie gehören noch der in Schotten lebende Sohn, der als Arzt in Lich arbeitet, die Schwiegertochter und das sechsjährige Enkelsöhnchen Eric. "Gerade gestern war der kleine Sonnenschein da", bemerkt Meise schmunzelnd, um dann wieder von seiner langen Dienstzeit zu erzählen. 37 Jahre war er bei der hessischen Polizei in Kassel, insgesamt war er 47 Jahren im öffentlichen Dienst, mit dem er 1958 bei der Kasseler Kommunalverwaltung begann.
Während Meise erzählt, wandert sein Blick hinaus zum Blumengarten und den liebevoll gepflegten Rosen. Auch diese tragen seine Handschrift. Manfred Meise hat keine Langeweile.






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