Waldemar Kleber hat einen klaren Weg hinter sich - beruflich, familiär und politisch. Nach dem Besuch der Volksschule in Hermannstein lernte er bei der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) Versicherungskaufmann. Die Ausbildung schloss er im März 1958 mit Auszeichnung ab und wurde sofort Ausbilder bei der DAK in Frankfurt.
Am 3. Januar 1961 rief die Bundeswehr, und Kleber diente 18 Monate in Gießen und ging als Unteroffizier der Reserve ab. 1962 trat er in die SPD ein; 1964 war er Geschäftsführer der DAK in Wetzlar. 1968 begann die politische Karriere des umtriebigen "Vereinsmeiers" als Gemeindevertreter in seinem Heimatort, in dem er heute noch in einem schmucken Eigenheim im Oderweg mit seiner Frau Helene wohnt.
Die drei Töchter (48, 44 und 43 Jahre alt) leben in der Schweiz, in Ehringshausen und Oberbiel. Zur Großfamilie gehören sechs Enkel im Alter von sieben bis 16 Jahren, zu denen reger Kontakt besteht.
Sein Metier sind Fernreisen, komplizierte Rentenfälle und die SPD
1972 begann die Gebietsreform, die Kleber bis heute für einn großen Fehler hält, "weil die Gemeinden ihre Selbstständigkeit verloren haben". Neben der beruflichen Karriere bei der DAK, die ihn zum Landesgeschäftsführer in Köln und Stuttgart avancieren lässt ("Ich habe mehr als zehn Jahre aus dem Koffer gelebt") ist der Dynamiker auch in Hermannstein weiter aktiv; unter anderem von 1968 bis 1977 als Vorsitzender des damals sportlich herausragenden Fußballvereins.
Kleber ist daneben mit Leib und Seele Sozialdemokrat - war aber nie ein Linker, vertritt eher den konservativen Flügel. Aus der Wetzlarer Stadtverordnetenversammlung ist der 70-Jährige nicht mehr wegzudenken. Er ist als SPD-Fraktionsgeschäftsführer und finanzpolitischer Sprecher einer ihrer führenden und verlässlichsten Köpfe. Seine berufliche Karriere bei der DAK beendete Kleber mit 56 Jahren, nachdem er sich sozusagen selbst wegrationalisiert hatte und für die Krankenkasse ein bundesweites Rationalisierungsprogramm als Revisor umgesetzt hatte. "Alles sozialverträglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen" betont der weißhaarige Aktivist, den nach wie vor eine Fülle von ehrenamtlichen Tätigkeiten umtreibt.
Aktuell ist er Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins in seinem Heimatort, Sprecher der Ortsvereine und dazu Mitglied im Gesangverein, im Schützenverein und im Sportverein. Den anderen ist er nach eigenen Angaben "freundschaftlich verbunden".
Aber das ist noch nicht alles, was Kleber, der nie hauptamtlich Politik betrieben hat, in seiner ausgefüllten Zeit beackert. So ist er auch seit 1996 Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung für den gesamten Lahn-Dill-Kreis. Einmal im Monat oder nach Vereinbarung berät er in allen Rentenfragen. Darüber hinaus wirkt er im Widerspruchsausschuss der Rentenversicherung, der zweimal pro Monat in Mainz tagt und wo es oft um hochkomplizierte Rentenfälle geht - " das fordert mich", sagt Kleber, der es sonst gern bodenständig mag, zumindest beim Essen. Wenn denn mal Zeit bleibt, zieht es ihn mit Ehefrau Helene in die Ferne. "Wir haben bis auf Australien alle Kontinente bereist. Am schönsten war es in Südafrika. Dieses Land hat uns in allen Belangen fasziniert", sagte der bekennende Fan der Aida-Schiffe, auf denen er schon sechs Kreuzfahrten absolviert hat - vom Mittelmeer bis zur Arktis. Die siebte Fahrt ist in Planung. Waldemar Kleber, der nicht raucht und nur gelegentlich mal ein Glas Wein trinkt, war im Berufsleben und in der Politik stets souverän und bienenfleißig. Diese Tugenden hat er sich auch im Ruhestand bewahrt - eher im absoluten Unruhestand.






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