
"Ich engagiere mich seit einem Jahr für diese Sache, werde im Mai dieses Jahres den Transport begleiten und alles, was wir hier sammeln, den Menschen vor Ort bringen, die es wirklich dringend brauchen", erklärt Peter Schneider, der von April 1977 bis April 1995 Bürgermeister der Stadt Braunfels war.

Geboren wurde er 1940 in Frankfurt und arbeitete nach seiner Schulzeit als Verwaltungsinspektoranwärter des dortigen Arbeitsamtes. "Lustigerweise passierte damals alles in Drei-Jahres-Schritten. Mit 21 Jahren Inspektor, mit 24 erste Planstelle, mit 27 Oberinspektor, mit 30 Jahren Amtmann, mit 33 Jahren Amtsrat und mit 36 Jahren im Jahr 1977 wurde ich nach Braunfels als Bürgermeister gewählt", so sein beruflicher Werdegang in Kurzfassung.
Auch der politische Aufstieg des heute 70-Jährigen verlief rasant. Ende der 60er Jahre gab es Pläne, in Bad Homburg - wo Schneider seit 1947 lebte - ein Hochhaus auf einen Sportplatz zu bauen. "Er hätte die Silhouette von Kirchen und Schloss verschwinden lassen", daran erinnert sich Schneider noch genau. "Auf dem Sportplatz habe ich früher immer Fußball gespielt, das wollte ich nicht. So habe mich in der SPD dagegen engagiert. 1969 wurde ich ins Stadtparlament gewählt und 1974 Stadtverordnetenvorsteher in Bad Homburg", berichtet Schneider weiter.
1977 hatten die Sozialdemokraten ihm dann die Stelle als Bürgermeister in Braunfels angeboten, der Rest ist Geschichte. "Meine Frau hat mir damals grünes Licht gegeben und so sind wir nach einem Besuch der Stadt hierher gekommen."
Gemeinsam mit Marion Schneider und der damals zwölfjährigen Tochter Susanne - die zweite Tochter Sybille wurde 1980 geboren - zog der charismatische Schneider nach Bonbaden, kaufte ein Haus und fühlte sich von Anfang an wohl. Er wurde Mitglied in elf Vereinen und im Lauf der Zeit unter anderem mit der Ehrenbürgerschaft des Staates Texas, mehreren Verdienstmedaillen sowie Ehrenmitgliedschaften geehrt.
Karriere im Drei-Jahres-Takt, nur zu "Bad Braunfels" kam es nicht
In seiner Zeit als Bürgermeister habe er angepackt und umgesetzt. "Es war einiges zu tun. Das Schwimmbad, die Altstadt und die Finanzen mussten saniert, das Haus des Gastes und Kindergärten gebaut und ein Flächennutzungsplan aufgestellt werden. Es war viel zu tun", sagt Schneider und zählt gleich noch andere große Projekte vom Bauhof über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bis hin zur Kläranlage auf. "Es war ein Menge, aber es ist alles gut gelaufen." Eine Sache sei ihm allerdings nicht geglückt: "Ich hätte gerne Heilwasser gefunden und aus Braunfels ,Bad Braunfels gemacht. Das war mein großer Traum."
1995 ist Schneider nach 18 Jahren aus dem Amt geschieden. "Rückblickend war dies die schönste Zeit in meinem Leben", sagt er. Und auch wenn er sich aktiv heute aus der Politik heraushalte, habe er als Unterstützer der SPD bei der Kommunalwahl symbolisch auf dem letzten Listenplatz kandidiert. Heute kümmert sich der Altbürgermeister um drei Enkel, den Garten, die Familie und ab und zu schwingt er auch den Kochlöffel. Außerdem geht er gern auf Rundreisen. "Die nächste, die für Herbst geplant ist, führt 14 Tage nach Indochina. Darüber hinaus bin ich Südamerika-Fan und 20 Jahre hatten wir ein Haus in Spanien, das wir aber vor fünf Jahren verkauft haben."
Nun steht aber sein Engagement für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Vordergrund. "Ich habe mir die Situation in Serbien selbst angesehen und da war klar, dass ich etwas tun muss. Wir brauchen Kleidung für alle, vom Baby bis zum Greis. Ich hole die Sachen auch gerne bei den Leuten ab, die etwas spenden wollen. Einfach bei mir oder dem DRK melden", dazu ruft Schneider auf.







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