Populismus auf der Überholspur

Da zieht ein Heilbronner Professor durch Deutschland, wiegelt überall  mit Umfragen die Bevölkerung und mit den anschließenden  –  nicht repräsentativen Ergebnissen – die  Kommunalpolitiker  auf.

Nicht eine Initiative aus dem Volk hat sich für alte Autokennzeichen stark gemacht, sondern bloß die  "Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung" eines einzelnen Wissenschaftlers. Und Politiker folgen diesem Populismus.

Vor Jahrzehnten haben frühere Politiker mit der Gebietsreform die Altkreise abgeschafft. Verbände und Organisationen zogen mit ihren Strukturen nach. Mühsam werden der lokale Separatismus und das Kirchturmdenken  überwunden.  Ist dieser Anspruch vergessen,  wenn man  sein Fähnlein in jeden Wind hängen kann? Vielleicht stimmen Politiker demnächst auch für die Einführung von Schokobrunnen in städtischen  Kindergärten, weil die künftigen Wähler das  – vermeintlich  – so wollen.

Von  Politikern erwartet man im Umgang mit  unsinnigen und überflüssigen Begehrlichkeiten weniger Populismus und Opportunismus, sondern  Gelassenheit.  Den Wunsch nach alten Kennzeichen sollten sie auf gut Hessisch kommentieren: "Unn?!"


Bald ist Weihnachten. Schenken Sie doch einfach einem lieben Menschen 6 Wochen lang die Zeitung für die Region für nur 19,90 EUR.
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2011
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Dillenburg