Seit 1981 richtet die örtliche Feuerwehr den Wertungslauf für die Hessische Meisterschaft aus. Genauso lange ist Wolfgang Vier dabei. Der Schlittenhundesport-Fachmann des Hessischen Schlittenhunde-Amateursportclubs (HSSC) hat seit dem ersten Rennen vor 30 Jahren jeden Start eines Mushers, so nennt man die Fahrer der Schlitten, in Liebenscheid kommentiert und moderiert. Dabei erfuhren die Besucher immer viel Wissenswertes über die lauffreudigen Tiere, ihre Herrchen und Frauchen sowie deren Hobby.
So auch am Samstag. Vier redete, wie gewohnt, munter drauf los. Kompetent und informativ. Im Zwei-Minuten-Takt gab der Fachmann das Startsignal. "Ready – Go!" rief er den Gespannen zu. Die Hunde zeigten, was in ihnen steckt, wetzten um die Wette und demonstrierten den Zuschauern hinter den Streckenabsperrungen links und rechts des Starthangs die Faszination Schlittenhundesport.
In rasantem Tempo ging es bergauf. Manche rannten so schnell, dass sie in nur wenigen Sekunden vom Start bishinauf auf die Kuppe unterwegs waren. Andere zeigten sich etwas "verschlafener", schauten mal nach links, mal nach rechts, blieben sogar stehen, beobachteten kurz die Besucher und schüttelten sich. Sehr zur Freude der Zuschauer. Sie honorierten nicht ganz so flotte Hunde mit einem verständnisvollen Lächeln, aber auch manch aufmunternden Worten.
Beifall gab es im Ziel. Dort erwarteten ein paar Zuschauer die Gespanne nach sieben, acht und 14 Kilometern, je nach Kategorie, rund um Liebenscheid.
Gefahren wurde in 13 Klassen. Skandinavier, also ein Hundeführer auf Langlaufskiern mit einer vierbeinigen Lokomotive vorneweg, waren zwei am Start. Schlitten mit zwei bis vier Hunden als "Zugmaschinen" waren jede Menge dabei. Noch mehr Gas gaben die Gespanne in der B-Kategorie.
Fünf und sechs Alaskan und Siberian Huskys, Malamutes, Grönlandhunde und Samojeden zogen die Schlitten in teilweise rasantem Tempo über den Schnee.
Richtig rund ging es dann als die großen Gespanne auf die Strecke geschickt wurden. Zwei Musher hatten jeweils acht ihrer lauffreudigen Sportkameraden angespannt. Schlittenhundesport pur. Genau wie die Fahrt von Georg Stock. Er hatte das spektakulärste Gespann des Liebenscheider Rennens an diesem Wochenende: Zwölf Schlittenhunde an den Leinen des Gefährts sorgten dafür, dass dem Musher der Fahrtwind ordentlich um die Nase wehte.
Insgesamt sind in diesem Jahr 50 Musher in Liebenscheid am Start. Rund 200 Hunde sind in Aktion zu erleben.
Am Sonntag geht es auf die zweite Runde. Am Ende werden die Zeiten des ersten und des zweiten Durchgangs addiert. Wer am schnellsten rund um Liebenscheid unterwegs war, hat gewonnen.
Am Sonntag um 11 Uhr gibt Wolfgang Vier das erste Startsignal. Bis 14 Uhr herrscht am Start an der Mehrzweckhalle Rennbetrieb. Die Strecke ist überall gut einzusehen. In der Mittagszeit stellt sich die Rettungshundestaffel am Rothaarsteig auf dem Rennplatz mit einer Vorführung vor. Außerdem wird am Mittag ein Hubschrauber-Rundflug verlost. Jeder, der eine Brat- oder eine Currywurst kauft, bekommt dazu ein Los und kann den Flug gewinnen. Die Siegerehrung des Rennens ist für 16 Uhr vorgesehen. Besucher sind gebeten, die ausgeschilderten Parkplätze anzusteuern. Zudem weist der Veranstalter, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, darauf hin, dass Besucher ihre eigenen Hunde zu Hause lassen mögen. Der Eintritt kostet drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder bis 15 Jahre.












