Aortenaneurysma - Gefahr ohne Symptom

Chat auf www.lahn-dill-kliniken.de / Zahlreiche Fragen an Chefarzt Dr. Jörg Bindewald und Oberärztin Dr. Claudia Ellert

Chefarzt Dr. med. Jörg Bindewald und Oberärztin Dr. med. Claudia Ellert beantworten Fragen im Chat. (Foto: Lahn-Dill-Kliniken )

Zahlreiche Fragen zu diesem Thema beantworteten Chefarzt Dr. med. Jörg Bindewald und Oberärztin Dr. med. Claudia Ellert von der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Wetzlar im Chat auf www.lahn-dill-kliniken.de.

Einige Fragen und Antworten aus dem Chat sind hier zu lesen:

Ich habe seit mehreren Jahren eine Erweiterung der Hauptschlagader am Herzen. Die Größe beträgt derzeit etwa 5 cm. Ich bin in Behandlung und werde regelmäßig mit Ultraschall überwacht (alle 6 bis 12 Monate). Auf meine Frage, ob eine Operation erforderlich ist, wurde mir von meinem Arzt zunächst abgeraten. Man würde erst bei einer Ausweitung ab 5,5 cm operieren. Was ist Ihre Aussage dazu?

Dr. med. Jörg Bindewald: Ab 5,0 cm bis 5,5 cm Durchmesser besteht durchaus eine Indikation, das Aneurysma auszuschalten.Es hängt viel vom Aussehen des Aneurysmas ab. Ist es beispielsweise ein spindelförmiges Aneurysma oder ein sackförmiges Aneurysma? Das lässt sich im Ultraschall etwas abschätzen, sehr gut ist es im CT zu sehen. Wenn Sie mögen: Eine unverbindliche Untersuchung einschließlich Ultraschall bieten wir in unserer Gefäßsprechstunde (Tel. 06441 79-2491) an.

Ich habe ein seit 2007 bekanntes Aortenaneurysma, an der Aorta ascendens, was bei Ersatz der Aortenklappe reduziert wurde auf 47 mm. Mittlerweile ist dieses Aneurysma wieder auf 52 mm gewachsen, was mich sehr beunruhigt.

Dr. med. Jörg Bindewald: Ja, da verstehe ich Ihre Sorge. Bei der von Ihnen beschriebenen Größe dürfte sich aber derzeit noch keine Notwendigkeit zur erneuten OP ergeben. Es sei denn, eine umschriebene sackförmige Ausstülpung liegt vor. Wenn Sie wünschen, kann ich Ihre Unterlagen und MRT-Bilder durchsehen.

Ich bin 82 Jahre alt und bei mir soll eine endovaskuläre Aneurysmaausschaltung durchgeführt werden, nachdem das in 2002 festgestellte Aneurysma ab Oktober 2015 auf 5,5 cm gewachsen ist.

Viele gut gemeinte Ratschläge können irritieren, z. B. du bist schon über 80 und willst so etwas noch machen lassen. Daher meine Frage an die Experten: Wie gefährlich ist diese OP und ist sie schmerzhaft?

Dr. med. Claudia Ellert: Ihre Frage ist durchaus berechtigt und gut nachvollziehbar. In Ihrem Alter ist die Entscheidung zu einem operativen Eingriff natürlich immer eine Einzelfallentscheidung.

So ist diese davon abhängig zu machen, an welchen Begleiterkrankungen Sie zum Beispiel leiden, um das Risiko für die Operation wie auch die Narkose genauer einschätzen zu können. Prinzipiell ist es aber so, dass Sie von einer Operation sicherlich profitieren können. Die Operation an sich wird bei uns in Vollnarkose vorgenommen.

Es gibt, um Zugang zu den Leistenarterien zu bekommen, in beiden Leisten einen ca. 10 cm langen Schnitt. Dieser bereitet nach der Operation in aller Regel keine Probleme.

So könnten Sie ab dem 2. Tag nach der Operation wieder aufstehen und ca. eine Woche nach dem Eingriff bei normalem Verlauf entlassen werden.

Mein Vater ist an einem Aortenaneurysma verstorben. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für mich und meine Kinder, ein solches Aneurysma zu haben?

Dr. med. Jörg Bindewald: Hier kann eine Ultraschalluntersuchung mit Beratung sinnvoll sein. Meist ist die Aneurysma-Ursache die Arteriosklerose, eine genetische Disposition ist aber möglich. Wenn Sie möchten: Ultraschall der Bauchaorta wäre in unserer Gefäßsprechstunde möglich.

Mein Schwiegervater hatte ein Aneurysma, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Kinder das auch bekommen? Meine Tochter (11 Jahre) leidet ziemlich oft an Kopfschmerzen, könnte das ein Zeichen dafür sein?

Dr. med. Jörg Bindewald: Nein, Kopfschmerzen sind kein Anzeichen für ein Aortenaneurysma. Bei Kindern sind Aortenaneurysmen auch sehr selten. Ultraschall der Bauchschlagader dauert nur wenige Minuten und kann Klarheit schaffen.

Und wenn das Aneurysma im Kopf ist, kann man das auch per Ultraschall abklären?

Dr. med. Jörg Bindewald: Dazu ist diagnostisch meist ein MRT angebracht. Hier werden Sie von einem Neurologen besser beraten.

Das vollständige Protokoll finden Sie auf www.lahn-dill-kliniken.de.

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