"Bergwerk hat Sicherheitsproblem"

Landrat Wolfgang Schuster (SPD) verteidigt Gruben-Schließung

Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins und einer Aufforderung durch die zuständige Bergaufsichtsbehörde - dem Regierungspräsidium (RP) Gießen - entspreche der vorhandene Notausgang nicht dem heutigen Stand der Technik. In einem Schreiben des RP vom 9. Februar 2010 heiße es unter Punkt 12, dass die 110 Meter hohe Leiter an die Oberfläche für Besucher als Notausgang nicht geeignet, ein Ausgang mit mechanischer Förderung notwendig sei. Hinzu kämen Probleme mit der Brandlast, der Organisation der Grubenrettung, der Notfallversorgung sowie der Standfestigkeit des Gebirges. In der Winterpause habe man Rissbildungen im Bereich, der einst zur großen Führung gehörte, festgestellt, die weiter beobachtet würden. Er, der Landrat, sei als Vertreter des Lahn-Dill-Kreises nach Bergrecht persönlich verantwortlich für die Sicherheit der Besucher unter Tage. "Dies sind insbesondere auch Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren sowie ältere Mitbürger."

"Lösungsansätze ungeeignet"

Aus dieser Verantwortung heraus habe er nach eingehender interner Abstimmung mit dem Bergbaufachpersonal des Lahn-Dill-Kreises angewiesen, vorerst keine Einfahrten für Besucher zuzulassen. "Sämtliche derzeit in Frage kommenden Institutionen, Unternehmen und Vereine lehnen bis dato die Übernahme von Verantwortung in diesem Bereich kategorisch ab", fügte er hinzu. Der Lahn-Dill-Kreis habe in den vergangenen zehn Jahren zirka vier Millionen Euro für die Aufrechterhaltung der Grube Fortuna investiert. Darin enthalten seien unter anderem auch die Kosten für die Arbeiten zur Herstellung eines zweiten Notausgangs mit mechanischer Fahrung, wie er von der Bergaufsichtsbehörde (RP Gießen) unter Androhung von Zwangsgeld gefordert worden sei. "Bei Arbeiten des beauftragten Bergbau-Spezialunternehmens stellten sich jedoch die Lösungsansätze als ungeeignet dar", so Schuster. "Ich öffne die Grube nicht, bevor das nicht geklärt ist", fügt er hinzu.

Zur nachhaltigen Absicherung des Besucherverkehrs unter Tage und des daraus resultierenden mittelfristigen Finanzbedarfs sei ein externes Sicherheitsgutachten in Auftrag gegeben worden, dessen Ergebnisse Ende Mai 2010 erwartet werden.

Schuster betonte gleichzeitig, dass das Gelände der Grube Fortuna mit seiner übertägigen Anlage, seinem Bergbaumuseum, dem Feld- und Grubenbahnmuseum, der Gaststätte "Zum Zechenhaus", dem großflächigen Spielplatz und der Anbindung an die umliegenden Wanderwege ein attraktives Ausflugsziel darstelle - auch ohne Schachteinfahrt ins Bergwerk.

"Weitere attraktivitätssteigernde Maßnahmen sind schon in diesem Jahr geplant", sagt der Landrat.


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