
Und das im großen Stil. Die Produktionshalle, die Weilburger Coatings bis Jahresende im Gewerbegebiet an der B 49 bei Obertiefenbach errichten will, soll eine Grundfläche von 5000 Quadratmetern haben - das entspricht ungefähr einem Fußballfeld. Die Produktion soll Mitte 2014 anlaufen.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben 10 Millionen Euro in Beselich investieren. Und Arbeitsplätze schaffen. "Wir werden 2014 voraussichtlich mit 20 bis 30 Personen starten", sagt Geschäftsführer Frank Gläser. Zum Teil handele es sich dabei aber auch um Arbeitsplätze, die von Weilburg nach Beselich verlagert werden.
Noch ist das Geschäft zwischen der Gemeinde Beselich und Weilburger Coatings nicht in trockenen Tüchern, doch Beselichs Bürgermeister Kai Müller (parteilos) geht fest davon aus, dass es zustande kommt. Von den Gemeindevertretern ist er am Montagabend beauftragt worden, bis spätestens Ende März einen Kaufvertrag auszuarbeiten.
Es geht um vier Hektar Gewerbefläche, und die Option, später um zwei weitere Hektar zu vergrößern. Sollte Weilburger Coatings also in Beselich aufschlagen, wäre es der größte Investor im Investzentrum an der B 49. Das umfasst insgesamt 17 Hektar, sieben sind bislang bebaut sind, zehn sind noch zu haben.
Dass Weilburger Coatings in Beselich Großes vorhat, zeigt auch ein Vergleich mit dem Weilburger Standort. Dort forscht, entwickelt und produziert die Firma auf zwei Hektar - in Beselich geht es, wie gesagt, um vier.
"Wir haben zum Glück viel zu tun und noch viel vor", sagt Unternehmenssprecher Michael Reifenberger. Verlassen wolle das Unternehmen Weilburg nicht, versichert er, sondern lediglich die Produktionskapazität erweitern. Und das sei am bisherigen Standort nicht möglich. Dort stoße das Unternehmen an seine Grenzen: auf der einen Seite an die Lahn, auf der anderen auf Berge.
Deswegen machte sich Weilburger Coatings auf die Suche nach einem weiteren Produktionsstandort - am besten so nah wie möglich am Stammhaus. Die Wahl fiel auf Beselich. "Die Erreichbarkeit für schwere Lkw, die Anbindung an die B 49, die Nähe zur Autobahn - das sind unschlagbare Vorteile", sagt Geschäftsführer Gläser.
Die Stadt Weilburg hatte zuvor auch ein Areal angeboten: in Gaudernbach. Es ist eben, vergleichbar groß und wie Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) betont "sensationell günstig". Aber eben nicht so gut angebunden wie das Investzentrum Beselich.
"Ich hätte es gerne gesehen, wenn sich Weilburger Coatings in Weilburg weiterentwickelt", sagt Schick. Aber auch dem Produktionsstandort Beselich kann er Positives abgewinnen. "Wenn es gut für das Unternehmen ist, ist es auch gut für Weilburg", sagt er. Und er erinnert daran, dass Forschung und Entwicklung im Stammhaus bleiben. "Das Herz bleibt in Weilburg, deswegen mache ich mir keine Sorgen", sagt er.
Bedenkenträger gab es auch am Montagabend nicht unter den Beselicher Gemeindevertretern. Die Fraktionen von CDU, SPD und Neue Mitte sprachen sich klar für die Ansiedlung im Investzentrum aus. SPD-Fraktionschef Michael Jahn sagte, er freue sich über das Interesse des Investors. CDU-Fraktionschef Theo Schneider formulierte es so: "Weilburger Coatings ist uns sehr willkommen." Jörg Diefenbach (Mitte) sprach von Arbeitsplätzen und Steuererträgen für Beselich.
Lediglich die Bürgerliste äußerte sich zurückhaltender. "Es gibt noch offene Fragen, die unserer Ansicht nach hätten geklärt werden müssen, bevor man beginnt, mit dem Investor einen Kaufvertrag auszuhandeln", sagt Norbert Bandur, Sprecher der Bürgerliste. Seine Fraktion wolle ausschließen können, dass von der Betriebsstätte Belastungen für Beselicher Bürger ausgehen.
Bürgerliste will ausschließen, dass der neue Betrieb die Bürger belästigt
"Wir haben schon die Tage, an denen es nach Kompostwerk riecht. Wir brauchen nicht auch noch Tage, an denen es nach Lackfabrik riecht", sagt er. Nach den Erfahrungen mit der umstrittenen Firma Woolrec, die vor drei Jahren mit eben jener Gewerbefläche im Investzentrum liebäugelte, sei Beselich ein gebranntes Kind. "Wir sind nicht gegen den Investor, aber wir brauchen noch ein paar Fakten", sagt Bandur.Diese Fakten könnte er am 2. März erhalten. Dann wollen die Gemeindevertreter den Weilburger Betrieb besichtigen.
Firmensprecher Reifenberger verweist beim Thema "Belastungen" auf die Weilburger. "Unsere Weilburger Nachbarn mögen uns. Geruchsbelästigungen gibt es bei uns nicht", sagt er.







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