Blut im Stuhl ernst nehmen

DIREKTER DRAHT Dr. Kuntz und Dr. Hofmann beantworten Fragen rund um den Dickdarm

Eine 57-jährige Frau aus Wetzlar sagte, dass sie vor sieben Jahren eine Darmspiegelung hatte, ohne Ergebnis. Sie habe keine nahen Verwandten, die an Darmkrebs erkrankt sind, und wollte wissen, in welchem Abstand man die Darmspiegelung zur Vorsorge machen sollte. „Die gesetzliche Krankenkasse hat festgelegt, dass unter Abschätzung des Risikos, aber auch unter finanziellen Erwägungen eine Darmspiegelung zur Vorsorge alle zehn Jahren erfolgen sollte“, klärte Dr. Markus Hofmann auf.

Zur Vorsorge sollte alle zehn Jahre eine Darmspiegelung gemacht werden

In diesem Fall habe sie noch drei Jahre Zeit. Wenn allerdings Beschwerden auftreten sollten, seien es Schmerzen im Bauch, Entzündungen, Blut oder Schleim im Stuhl, dann müsse sofort gehandelt werden. Auch ihr Mann habe vor sieben Jahren eine Darmspiegelung machen lassen, weil er einen Tastbefund vom Urologen hatte. Bei ihm sei damals ein Polyp diagnostiziert worden. Seitdem der Polyp entfernt wurde, habe er keine Spiegelung mehr machen lassen. „Beim Polyp sieht es ganz anders aus“, sagte Hofmann. Denn wer einen echten Polypen hatte, dem wird empfohlen, dass er nach drei Jahren die nächste Darmspiegelung machen soll. Wenn es nur eine Schleimhautwucherung war, dann empfiehlt er eine Spiegelung nach fünf Jahren.

Ein 63-jähriger Mann aus Weilmünster erzählte, dass er in der vergangenen Woche an einem Tag Blut im Stuhl festgestellt habe. Es sei hellrot und etwas schleimig gewesen. Er habe noch nie eine Spiegelung machen lassen. Kuntz wollte wissen, ob es in seiner Familie jemanden gibt, der an einem Dickdarmtumor oder an Dickdarmkrebs erkrankt ist. Seine Mutter habe als 60-Jährige Probleme mit dem Dickdarm gehabt und sei operiert worden, erklärte der Anrufer. „Es würde vieles dafür sprechen, dass man bei ihnen mal nachschaut“, empfahl Kuntz. Es könnte etwas Banales wie Hämorrhoiden, aber auch etwas Ernsteres sein, deshalb mache man eine Darmspiegelung. „Dazu würden wir Ihnen raten“, sagte Kuntz. Dazu brauche er eine Überweisung oder eine Einweisung von seinem Hausarzt ins Krankenhaus.

Eine 59-Jährige aus Runkel klagte, dass sie bis zu sechs Mal am Tag Durchfall habe, einhergehend mit Schweißausbrüchen und Blähungen. Im vergangenen Jahr habe man bei ihr eine Magen- und Darmspiegelung gemacht. Da habe sie auch schon Durchfälle gehabt. Es ging damals darum, zu untersuchen, ob sie auf Gluten, Fruktose oder Laktose allergisch reagiere. Das sei alles negativ gewesen. Nachdem sie selbst recherchiert hatte, sei sie immer wieder auf Histamin-Intoleranz gestoßen. Sie fragte, ob sie das bei Dr. Hofmann testen lassen könnte. Das verneinte der Arzt, da müsste sie zum Hautarzt gehen oder zu einem Allergologen, die würden solche Tests machen. Die Frau fragte, wie sie den Beschwerden entgegen treten könnte, denn sie reagiere auf fast alles. Sie habe bisher viele Speisen weggelassen, auch Zuckerersatzstoffe. Süßstoffe hätten mit den Histaminen nichts zu tun, die wirkten abführend und verstärkten den Durchfall. Hofmann meinte, sie könnte eine Basisdiät machen mit Kartoffeln und Reis und langsam, Schritt für Schritt um ein Lebensmittel ergänzen. So könne man sehen, welches Nahrungsmittel für die Beschwerden verantwortlich ist. Das müsse man alles aufschreiben und protokollieren. „Das erfordert extrem viel Disziplin und Leidensfähigkeit“, sagte Hofmann. Das sei kein einfacher Weg. Wie sie denn der Durchfall belaste, wollte der Arzt wissen. Wenn sie fünf bis sechs Mal am Tag auf die Toilette muss, sei das auf 24 Stunden hochgerechnet nicht so dramatisch. Es belaste sie vor allem, wenn sie aus dem Haus geht und ständig auf die Toilette müsse. Sie führe immer ein entsprechendes Medikament mit sich.


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