Bunt und schrill: Manga-Messe «Connichi»

Connichi
Sandy Prang (l-r) als ...

Hier steigt bis zum Sonntag die laut Veranstalter größte von Fans veranstaltete Manga-Messe in Deutschland. Immer öfter sind aber nicht nur Manga-Helden, sondern auch Figuren aus Videospielen oder Eigenkreation-Verkleidungen zu sehen, die mit Manga nur noch wenig zu tun haben.

Im Park neben der Stadthalle posieren Nicole Fischer, Sandy Prang und Annika Stabik auf einer Bank in wallenden Kleidern - eine ist grün, die andere rosa, die dritte schaurig-schwarz kostümiert. «Wir sind Festtage! St. Patrick's Day, Valentinstag und Halloween. Weihnachten und Ostern kommen heute Abend nach», sagt Stabik. Das Trio in den Endzwanzigern ist bereits seit zehn Jahren auf der «Connichi». «Wir hatten auch schon Manga-Kostüme, gehen jetzt aber mehr auf Eigenkreationen. Da kann man sich kreativ austoben», erzählt «Valentinstag» Prang. Dabei geht es den drei aus Nordrhein-Westfalen bei der Connichi vor allem darum, sich und ihre Arbeiten zu präsentieren.

Rund 18 000 Besucher - die wenigsten davon sind älter als 21 - kamen 2011 zur «Connichi» und so viele erwarten die Veranstalter auch in diesem Jahr. «Es können auch mehr werden», sagt Sprecherin Melanie Pickut. Bis zum Sonntag sind ein Videoprogramm, Konzerte und ein Sumo-Ringer-Turnier geplant, zudem werden in mehreren sogenannten Cosplay-Wettbewerben die besten Kostüme prämiert.

«Die Leute sind sehr kreativ. Früher folgten sie eher einer Vorlage. Mehr Vielfalt ist eine gute Entwicklung», betont Pickut. Und so ist die Stadt am Wochenende sicher noch ein bisschen schriller und bunter als noch in den vergangenen Jahren. Die Kasseler sind das mittlerweile gewöhnt - bereits zum zehnten Mal findet bei ihnen die «Connichi» statt. Viele Besucher der Kunstausstellung documenta (13) dagegen dürften sich ob der obskuren Gestalten wundern.

Auch Jennifer Trieschmann aus Dithmarschen in Schleswig-Holstein zieht die Blicke auf sich: Die 22-Jährige stellt einen weißen Priester dar - kein Comicheld, eine Fantasiefigur. Die Schleppe und Teile des ausladenden Kostüms waren mal eine Gardine. «Der Reiz, sich zu verkleiden ist groß, denn im normalen Leben vermisst man das Anderssein», erklärt sie. Sie hat sich extra einige Tage freigenommen. Im vergangenen Jahr hatte sie sich ein Kostüm einer schwarzen Königin geschneidert. «Jetzt musste was Neues her.»

Einen anderen Weg geht Lisanne Maier aus Frankfurt. Das Vorbild der 21-Jährigen ist eine große Fee aus dem Videospiel «Zelda - Twilight Princess» mit wallenden Flügeln, grünen Haaren und spitzen Ohren. Sie kommt seit sechs Jahren zur «Connichi» und erkennt einen Wandel in den Kostümen. «Jetzt traut man sich mehr und ist freier. Die Leute sind älter geworden, sie wachsen mit der "Connichi" mit. Aber es kommen auch viele junge nach.»

Connichi 2012

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Dokument erstellt am 07.09.2012 um 18:15:02 Uhr
Letzte Änderung am 07.09.2012 um 18:15:04 Uhr
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