Chronologie: Der Ablauf der Ereignisse bei Kundus

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, schilderte am Sonntag bei einer Pressekonferenz den Ablauf der Ereignisse im Einzelnen:

- 13.04 Uhr afghanischer Ortszeit: Die in Kundus stationierte 1. Infanteriekompanie des Fallschirmjägerbataillons 373 aus dem niedersächsischen Seedorf, die sich im Rahmen einer Routineoperation im Distrikt Char Darah aufhält, wird durch etwa 30 bis 40 Taliban mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten aus einem Hinterhalt heraus angegriffen. Im Verlauf dieses ersten Feuergefechts werden drei deutsche Soldaten verwundet, zwei davon schwer. Der Kompaniechef der Infanteriekompanie fordert Verstärkung an. Eine Eingreifreserve wird sofort in Marsch gesetzt. Die Gefechte halten noch bis gegen 17.00 Uhr an. Dabei werden weitere vier Soldaten verwundet.

- 14.50 Uhr: Ein gepanzertes Bundeswehr-Fahrzeug vom Typ Dingo gerät in eine Sprengfalle. Bei diesem Anschlag wird das Fahrzeug schwer beschädigt, vier weitere deutsche Soldaten werden verwundet. Der Dingo kann nicht mehr geborgen werden und wird später durch eigene Kräfte zerstört. Amerikanische Hubschrauber bergen die verletzten deutschen Soldaten und werden dabei selbst von den Taliban beschossen.

- 15.35 Uhr: Die nördlich der 1. Kompanie gelegene Polizeistation Char Darah wird ebenfalls durch etwa 40 Taliban angegriffen. Die Gefechte dort dauern bis etwa 16.40 Uhr. Der Angriff kann schließlich abgewehrt werden.

- 19.42 Uhr: Die 2. Kompanie befindet sich auf dem Weg zur Ablösung der 1. Kompanie, als sich zwei unbekannte Fahrzeuge nähern. Die Fahrer reagieren nicht auf Hinweis- und Warnzeichen, so der Kenntnisstand der Bundeswehr. Ein Schützenpanzer Marder eröffnet daher das Feuer. Sechs verbündete afghanische Soldaten werden getötet. Die genauen Umstände werden noch untersucht.

- 21.00 Uhr: Die 1. Kompanie wird durch die 2. Kompanie abgelöst.

- 21.50 Uhr: Die 1. Kompanie ist in das Lager Kundus zurückgekehrt.


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