"Das bedeutet eine Zäsur für die Partei"

Irmer sieht in Koch-Abgang auch eine Chance

Selbst in der Fraktionsspitze habe niemand mit diesem Schritt gerechnet - jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt, sagte Irmer. "Ich hatte den Eindruck, dass bei Roland Koch durchaus ein Stück Wehmut mitschwang."


Die Entscheidung des Noch-Ministerpräsidenten nannte Irmer "eine sehr persönliche", die er "mit großem Respekt zur Kenntnis" nehme. Mit "unglaublichem Einsatz" habe Koch in der Vergangenheit alle seine politischen Ämter ausgefüllt. "Privates musste oft hinten anstehen." Schon öfter habe der Landeschef zum Ausdruck gebracht, dass Politik nicht alles für ihn sei. Koch habe viel für Deutschland und Hessen getan, der 52-Jährige sei einer, "der Entscheidungen mit sehr viel Weitsicht fällt, immer im Interesse Hessens und der Partei, wohlwissend, dass er damit auch auf Kritik stößt."

Kochs Abgang von der politischen Bühne bedeute eine Zäsur für die Partei. "Das lässt sich nicht wegdiskutieren, wenn jemand mit solchen überragenden Qualitäten geht." Irmer erkennt aber auch die "Chance zum Aufbruch". Die Hessen-CDU verfüge über "gutes Personal" und sei "berühmt für ihre Geschlossenheit". An Nachfolgespekulationen wollte sich Irmer im Vorfeld des für den Abend anberaumten entscheidenden Treffens von CDU-Landesvorstand und -Kreisvorsitzenden nicht beteiligen, räumte aber ein: "Alles andere als Volker Bouffier würde mich überraschen." Der amtierende Innenminister sei "ein hervorragender Kandidat, ich gehe davon aus, dass er nominiert wird".

Als noch überraschender als den Koch-Abschied bezeichnete Irmer den Rücktritt von Umweltministerin Silke Lautenschläger. Die Gründe vermutet Irmer im Privaten. Lautenschläger sei jung und bereits seit zehn Jahren Ministerin.


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