Demo verläuft friedlich

800 Teilnehmer hören Andrea Ypsilanti und Pit Metz

Zahl der Protestler nimmt beim Zug durch die Stadt zu

Dieser warf dem "sozialen Rechtsstaat" vor, dass es Unternehmen möglich sei, Stammbelegschaft an Leiharbeitsfirmen zu vergeben, in denen zu schlechteren Bedingungen und Löhnen gearbeitet werde. Die Demonstranten, deren Zahl am Marktplatz auf 800 angewachsen war, applaudierten mit Fahnen und selbst gebastelten Plakaten.

Unter die Menge mischten sich auch bekannte Gesichter, wie der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol, Oberbürgermeister Egon Vaupel und der hessische Landtagsabgeordnete Thomas Spies (alle SPD).

Am Elisabeth-Blochmann-Platz hielt der Demonstrationszug später an und empfing Festrednerin Andrea Ypsilanti (SPD). Nach Gesprächen mit Bürgern und der offiziellen Begrüßung durch DGB-Organisationssekretär Ulf Immelt bedankte diese sich für die Einladung "nach einem Jahr Rückzug". In ihrer Rede sprach sie vor allem die Finanzkrise an.

"Seit der Krise leben 15 Millionen mehr Menschen in Armut", gab Ypsilanti zu Bedenken. "Der 1. Mai ist eine Antwort auf die Skandale der neoliberalen Wirtschaft."

Zudem sprach sie die Zahl von 80 000 Jugendlichen an, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz seien. Schuld daran seien "ein Versagen der Wirtschaft, der Finanzwelt, gewisser gesellschaftlicher Bereiche und des Bildungssystem", sagte die SPD-Politikerin.

Harsch griff Ypsilanti dabei auch die schwarz-gelbe Bundesregierung an, von der man keine Antwort auf die Krise erwarten dürfe. "Wer den Sozialstaat zerschlagen will, gehört nicht ins Außenministerium, sondern zu McDonalds hinter den Grill, damit man weiß, wie die prekären Arbeitsverhältnisse aussehen, von denen man spricht", kritisierte sie insbesondere Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

Ypsilanti bezichtigte die hessische Landesregierung aus CDU und FDP des Wortbruchs. "Ich bin stolz darauf, mit dieser hessischen CDU keine Koalition eingegangen zu sein", sagte sie und erinnerte damit an ihr Wahldebakel. Die mittlerweile 1400 Demonstranten applaudierten ihr, ehe der DGB den offiziellen Teil der Veranstaltung mit dem A-capella-Chor "Politöne" und der Band "Subterra" ausklingen ließ.

Seite 1, Hessen


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