Der Schlaganfall droht

Halsschlagaderverengung durch Ablagerungen / Verlauf beobachten

Am liebsten jeden Tag ein Schnitzel, die bevorzugte Freizeitbeschäftigung ist das Fernsehgerät. Die Lebensgewohnheiten in westlichen Industrienationen sind nicht wirklich gesund. Dies begünstigt Ablagerungen in den Blutgefäßen. Die sogenannte Atherosklerose wird dadurch immer häufiger und kann eine Karotisstenose, also eine Verengung der Halsschlagader, verursachen. Sie gehört zu den häufigen Ursachen eines Schlaganfalls.

Es ist heutzutage aber leicht möglich, eine solche Verengung zu erkennen. In der Vitos Klinik für Neurologie stehen dafür ein CT- und ein Ultraschallgerät zur Verfügung. Diese Geräte machen den Weg zu einer Diagnose für den Patienten vollkommen unproblematisch. Wird eine Stenose diagnostiziert, sollte sie engmaschig überwacht werden.

Bei jedem Patienten wird über die Art der Behandlung neu entschieden

"Wir entscheiden dann bei jedem Patienten neu, welche Art der Behandlung in seinem Fall die größte Aussicht auf Erfolg hat", betont Dr. Anelia Todorova-Rudolph, Neurologin und Oberärztin der Vitos Klinik für Neurologie in Weilmünster. Dabei kommt es auch auf den Grad und die Lage der Verengung an, welche Behandlung empfohlen werden kann.

Innerhalb des Schädels werden vor allem Medikamente zur Behandlung eingesetzt. Außerhalb des Schädels gibt es zusätzlich die Möglichkeit einer operativen Entfernung der Ablagerungen oder in Einzelfällen dem Einsatz eines sogenannten Stents. Also einer Art kleinem Rohr, das den Bereich offen halten soll. Allerdings ist beides nur bei einem hohen Prozentsatz der Verengung angeraten.

"Eine sogenannte 'asymptomatische' Stenose, die bisher noch keine Schlaganfallzeichen ausgelöst hat, bringt prinzipiell ein geringeres Schlaganfallrisiko mit sich als eine 'symptomatische' Stenose und kann bis zu einem gewissen Punkt noch mit Medikamenten und einer Änderung des Lebensstils behandelt werden, sollte allerdings beobachtet werden", sagt Dr. Anelia Todorova-Rudolph.

Ist die Verengung nur gering fortgeschritten, ist das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, insgesamt vergleichsweise niedrig. In solchen Fällen wird nur in Einzelfällen operiert.

Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck sind Risikofaktoren

Die Gefahren einer Operation überwiegen in diesen Fällen das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Je weiter die Verengung allerdings fortgeschritten ist, desto höher steigt das Risiko für einen Schlaganfall.

Bei einer mehr als 70-prozentiger Verengung ist insbesondere bei bereits aufgetretenen Schlaganfallanzeichen eine Entfernung der Ablagerungen durch eine Operation sinnvoll, muss jedoch bei jedem Patienten wieder individuell betrachtet werden. Eine solche Behandlung reduziert das Risiko auf einen weiteren Schlaganfall erheblich. Einen Verschluss kann man allerdings nicht mehr operieren.

In jedem Fall sollten die Risikofaktoren individuell behandelt werden. Dazu gehören Bluthochdruck, eine Fettstoffwechselstörung, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und falsche Ernährung. "Durch Änderungen des Lebensstils kann jeder selbst dazu beitragen, dass sein Risiko für eine Karotisstenose sinkt", erklärt Dr. Anelia Todorova-Rudolph. Wer also Sport treibt, auf seinen Blutdruck achtet, tierische Fette in den Nahrungsmitteln reduziert und aufhört zu rauchen, tut aktiv etwas, um einem Schlaganfall vorzubeugen.

Treten auch für kurze Zeit, sogar nur wenige Minuten, Vorboten vielleicht sogar in Zusammenhang mit leichten Schlaganfallsymptomen auf, kann dies ein Anzeichen für das Vorliegen einer Karotisstenose sein und sollte in jedem Fall behandelt werden. Dabei muss auf Lähmungserscheinungen, Sprach-, Gefühls- oder Sehstörungen geachtet werden. Jeder Schlaganfall sowie die Vorboten eines Schlaganfall sind immer ein Notfall und sollten in einer Klinik mit zertifizierter Spezialstation, also einer Stroke Unit, behandelt werden.

Bei erkennbaren Symptomen immer den Rettungswagen rufen

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Auch wenn Sie nur kurzzeitig diese Symptome an sich bemerken, rufen Sie den Rettungswagen:

Plötzliche Schwäche und/oder Gefühlsstörungen einer Körperseite

Plötzlicher Verlust der Sprache oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen

Plötzliche Sehstörung, insbesondere auf einem Auge

Plötzlich auftretende, ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen

(Vorübergehende) Doppelbilder

Plötzlich einsetzender Schwindel mit Unsicherheit im Gang.


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