
Die größte Anzahl der Keime sei im Technikbereich des Hallenbads gefunden worden, erklärt Detlef Stein, Geschäftsführer des für den Betrieb der Wetzlarer Bäder zuständigen Energieversorgers Enwag. Zwischen 20 und 50 Keime seien bei einer Probe in der Technik des Baby- und Lehrschwimmbeckens, 47 im Bereich der Technik für das 50-Meter-Becken, ein weiterer Keim im Schwimmerbecken selbst gefunden worden, berichtet er. Bei einer weiteren Probe in der Technik habe man die Anzahl der Keime nicht mehr zählen können. "Die Wasserprobe wird auf eine Nährlösung aufgetragen und dann 48 Stunden bebrütet, bevor das Ergebnis feststeht", erklärt Stein.
Da zudem einer der Keime in der Trinkwassereinspeisung gefunden worden sei, sei das Vorwärmen des Trinkwassers seit Montag abgestellt worden, gleichzeitig werde das Trinkwasser permanent gespült. Grund: "Keime fühlen sich zwischen 15 und 55 Grad sehr wohl. Deshalb sagt der Mikrobiologe, das Wasser müsse bei unter 15 Grad bleiben, auch wenn die Trinkwasserverordnung eigentlich 25 Grad zulässt", so Stein. Er ist sich sicher: "Das wird greifen."
n Stein: "Die Ergebnisse der Messungen sind vollkommen unlogisch"
"Höchste Priorität" habe gleichzeitig die Suche nach der Ursache des Keims im Beckenwasserkreislauf. Nachdem das Bad am Montag vergangener Woche geschlossen wurde, werde massiv gechlort, um dem Keim Herr zu werden.
Der Experte der Technischen Hochschule (TH) Mittelhessen habe die Enwag beim Vor-Ort-Termin in ihrer bisherigen Vorgehensweise bestätigt, erklärte Stein, gleichzeitig weitere Vorschläge gemacht - bis hin zum Austausch der Filteranlage. Daran will der Enwag-Geschäftsführer aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht denken. Er erklärt indes, dass die Wassertechnik - der Bereich, in dem am meisten Keime gefunden wurden - diesselbe wie vor der energetischen Sanierung des Europabads sei.
Weitere große Baumaßnahmen seien derzeit nicht geplant. Ob er befürchtet, dass sie auf die Stadt zurollen? "Eigentlich nicht, ich hoffe, dass die Maßnahmen greifen. Aber ich bin mir nicht ganz so sicher, die Ergebnisse der Messungen sind bisher vollkommen unlogisch", so Stein. Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen zur Keimbekämpfung kann er noch nicht genau beziffern, rechnet aber mit einer fünfstelligen Summe.
Neben dem Anlagenplaner, der TH Mittelhessen, dem Gesundheitsamt, dem Hochbauamt der Stadt, sei eine Fachfirma für Reinigung und Desinfektion mit dem Fall beauftragt worden sowie Bäder-Mitarbeiter der Enwag im Einsatz. Ein Ingenieurbüro aus Gießen koordiniere sämtliche Arbeiten.
Am heutigen Donnerstag soll das Trink- und Beckenwasser im Europabad in der Frankfurter Straße erneut beprobt werden. "Am Montag müsste dann die Nachricht da sein, ob das Wasser keimfrei ist oder ob wir weitersuchen müssen", so Stein.























Man sollte sich hierüber einmal Gedanken mehr
Dieser Keim ist gefählich und Brutal, hier helfen nur Knallharte technische Änderungen.