"Abschreiben sollte uns keiner"
In dieser Saison wird es wohl keine weiteren "Ausflüge" in Liga eins mehr geben. "Wenn, dann nur zu den Rhein-Neckar Löwen", sagt der 19-fache Nationalspieler, der mit Frau Tina, Tochter Emma (7) und Sohn Silas (3) in Langenfeld bei Düsseldorf wohnt. Von dort aus hat es der gelernte Schlosser nicht weit zum Training der Bergischen Löwen. Im November 2009 dort als Nachfolger von Raimo Wilde zwischenzeitlich zum Chefcoach aufgestiegen, rückte Hannawald zu Beginn dieses Jahres wieder ins zweite Glied. An der Seite von Hans-Dieter (genannt HaDe) Schmitz war er Ende August wieder angetreten, um mit der 2006 aus der SG Solingen und dem LTV Wuppertal gegründeten Spielgemeinschaft den ersehnten Aufstieg in die Bundesliga zu realisieren. Die drei Niederlagen am grünen Tisch gegen Bittenfeld, Coburg und Frankfurt (der BHC hatte Hendrik Pekeler trotz einer roten Karte gegen den Kreisläufer aus einem Spiel der Oberliga-Mannschaft in der "Ersten" eingesetzt) warfen den Mitfavoriten zurück.
"Die schmerzen noch immer", sagt Hannawald, "aber wir blenden das aus. Wir haben uns danach zusammengesetzt und gesagt: Wollen wir anfangen zu heulen oder wollen wir kämpfen? Abschreiben sollte uns keiner, zumal über unseren Protest noch gar nicht in letzter Instanz entschieden ist", verweist der Ex-Keeper auf die Erfolgsserie der vergangenen Wochen und den Sprung auf Rang vier.
Die Fans in Hüttenberg dürfen sich also am Donnerstag auf einen Chrischa Hannawald freuen, der seine Gefühle nach außen zeigt. "Meine Emotionen sind manchmal ein Nachteil, können aber auch zum Vorteil werden", sagt der Mann, der sein Markenzeichen aus seiner Zeit vor dem Handball mit hinübergenommen hat. "Ich war früher Fußballer, deshalb die kurzen Hosen. Aber da war ich Stürmer, im Tor war es mir zu langweilig."






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