"Eine Auszeichnung für unsere Arbeit"

RSV-Manager Andreas Joneck über Doppelbelastung, Geldeinsparung, Bruce Enns und Thomas Gundert

Andreas Joneck: Es gibt Beispiele, die zeigen, dass dies funktioniert. Zeltingers Vorgänger Frits Wiegmann hat gleichzeitig noch den RSC Osnabrück gecoacht. Und beim Fußgänger-Basketball ist Dirk Bauermann Nationaltrainer und sitzt beim Zweitligisten Bayern München auf der Bank. Schon mehrere Monate wurde darüber diskutiert, dass Zeltinger Bundestrainer werden soll.

Sind Sie stolz, dass es nun endlich geklappt hat? Joneck: Sagen wir mal, es ist eine Auszeichnung für unsere Arbeit beim RSV Lahn-Dill. Nun sind wir schon drei, die für den Deutschen Rollstuhlsport-Verband arbeiten. Ich kümmere mich um das Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit und die Sponsoren, Daniel Stange, der Trainer unserer Zweitliga-Mannschaft, um die Kommunikation und die Homepage des Verbandes.

Erhält Nicolai Zeltinger für seine Arbeit beim RSV Lahn-Dill Unterstützung?

Joneck: Neben Florian Leutheuser haben wir unseren kanadischen Kapitän Joey Johnson als weiteren Co-Trainer installiert. Sollte er sich irgendwann einmal dazu entscheiden, in Mittelhessen zu bleiben und nicht in seine Heimat zurückzukehren, ist es sogar irgendwann einmal denkbar, dass Johnson Chefcoach bei uns wird.

Spart der RSV Lahn-Dill Geld ein, wenn Nikolai Zeltinger nun auch vom Verband bezahlt wird?

Joneck: Nein, für uns ist es ein Nullsummenspiel. Das wenige Geld, das wir bei Nicolai Zeltinger einsparen, reinvestieren wir für unsere beiden Co-Trainer.

Warum haben Sie nicht den letztjährigen Co-Trainer Bruce Enns zurückgeholt, damit sich Zeltinger ganz auf seine Arbeit als Bundestrainer konzentrieren kann?

Joneck: Bruce Enns ist kanadischer Staatsbürger aus Vancouver, der in den USA, in Bremerton bei Seattle, lebt. Damit er seine sogenannte Green-Card nicht verliert, muss er mindestens ein halbes Jahr und einen Tag in den USA anwesend sein. Daher ist ein dauerhaftes Engagement bei uns nicht möglich. Außerdem arbeitet seine Frau in den USA. Eine Trennung für einige Woche, ja sogar für einige Monate, ist möglich, eine längere Trennung wollen beide aber nicht.

Machen sich Spieler des RSV Lahn-Dill nun verstärkt Hoffnungen, in die Nationalmannschaft berufen zu werden? Joneck: Sicher hat sich Thomas Gundert am meisten gefreut, als er von Nicolai Zeltingers Berufung gehört hat. Er kam mit dem bisherigen Bundestrainer Frits Wiegmann nicht gut zurecht. Nun hofft er natürlich, zumindest wieder in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft aufgenommen zu werden. Er hätte es auch wirklich verdient.


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