Endlich ab in die Flitterwochen

Mit dem 24:18 gegen Großwallstadt verlängern die HSG-Spieler ihren Urlaub

"Wir leben noch", freute sich auch der gebürtige Weißrusse über die "richtige Reaktion auf unsere letzten schlimmen Auftritte". Und sein Assistent Jochen Beppler ließ durchblicken, dass es in den vergangenen Tagen auch hinter den Kulissen mächtig gekracht hatte. "Es gab einige klärende Gespräche, in denen wir die Gründe für unsere zuletzt dürftigen Leistungen analysiert haben. Wir mussten den Druck auf die Spieler erhöhen. Sie haben es verstanden."

Nach drei Niederlagen hintereinander, nach zwei unverständlich leblosen Vorstellungen gegen den TuS N-Lübbecke sowie die Füchse Berlin, dem Einbruch in Halbzeit zwei bei der MT Melsungen, der 20-Tore-Vereins-Rekordpleite beim 22:42 als Gast der SG Flensburg-Handewitt sowie im Angesicht der kommenden hohen Auswärtshürden beim HSV Hamburg und bei den Rhein-Neckar Löwen präsentierten sich die Grün-Weißen zwei Tage vor dem Jahreswechsel deutlich verbessert. Nikolai Weber hielt endlich wieder einmal überragend und entschärfte unter anderem drei Siebenmeter. Die Deckung mit den allerdings nicht ganz austrainiert wirkenden Giorgos Chalkidis und Kari Kristjan Kristjansson sowie dem von den Gästen fortwährend provozierten Philipp Müller stand sattelfest. Und vorne traf Lars Friedrich acht Mal, nutzte Christian Rompf, der am 1. und 2. Januar in New York für eine Bundesliga-Auswahl gegen eine Welt-Mannschaft antritt, seine Chance auf Linksaußen und ließ sich Peter Jungwirth, der viermal traf, auch nicht entmutigen, als er schon bis zur achten Minute dreimal völlig freistehend die Kugel nicht an TVG-Schlussmann Mattias Andersson vorbeibrachte.

"Wir waren hochkonzentriert und hinten kompakt. Wir haben vorne immer zum richtigen Zeitpunkt getroffen", analysierte HSG-Keeper Nikolai Weber, der sich trotz eines Bänderrisses in der Schulter zur Verfügung gestellt hatte. "Mit fünf Schmerztabletten", wie der Münzenberger, der im Sommer in Richtung MT Melsungen abwandern wird, betonte. "Geholfen haben sie aber nicht wirklich." Und Philipp Müller ergänzte: "Endlich haben wir mal wieder zu einer hundertprozentigen Einstellung gefunden. So geht Abstiegskampf."

Furioser 4:0-Start bringt Polster

In der Tat bissen sich die Jungs aus Dutenhofen und Münchholzhausen förmlich in die Partie, legten einen furiosen 4:0-Start (6.) hin, behielten ihren Vorsprung auch beim 8:4 (17., Rompf) noch und ließen sich auch nicht beeindrucken, als Ex-Nationalspieler Oliver Köhrmann die ohne den mit 40 Grad Fieber im Mannschaftsbus liegengebliebenen Moritz Schäpsmeier, ohne den verletzten Stefan Kneer sowie mit den leicht angeschlagenen Steffen Weinhold und Csaba Szücs angetretenen Mainfranken beim 10:9 (23.) erstmals in Führung brachte. Beim 15:12 (35.) hatte Philipp Müller der HSG wieder ein Polster verschafft, das auch der in Unterzahl oft zu früh abschließende Lars Friedrich, der einen Tempogegenstoß verschlafende Kevin Schmidt sowie Timo Salzer, der Csaba Szücs statt einem eigenen Mitspieler den Ball zuspielte, nicht gefährden konnten.

Obwohl die Schiedsrichter Ralf Damian und Frank Wenz aus Bingen und Mainz urplötzlich bei den Gastgebern nicht mit Hinausstellungen geizten, behielten die Grün-Weißen endlich einmal die Nerven, markierten die letzten fünf Treffer des Abends und verabschiedeten sich mit dem einen oder anderen ausgelassenen Tänzchen von ihren Fans.

"Mensch, war das ein Kraftakt", wischte sich Gennadij Chalepo den Schweiß von der hohen Stirn. Und nahm die Glückwünsche von Aufsichtsratschef Manfred Thielmann entgegen. Auf Chalepo warten elf freie Tage, die er fast selbst um sechs verkürzt hätte. Nun aber kann er ein wenig länger ausspannen. Zusammen mit Ehefrau Vitalina, Tochter Julia und Sohn Evgenij. Nicht auf den 25 Grad warmen Kanaren. Aber zu Hause im kalten Niedergirmes. Rund um seinen 42. Geburtstag am kommenden Sonntag.


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