"Es werden alle spüren"

Griechen in Wetzlar sprechen über die Krise in ihrem Heimatland

Denn die einzige Lösung heißt: Sparen. "300 Milliarden Euro Schulden. Da muss sich Griechenland anstrengen. Das werden alle spüren", ist er sich einig mit seinem Stammtisch-Freund Christos Karamanis (70) aus Wetzlar. Er befürchtet, dass vor allem der "kleine Bürger" unter dem Sparprogramm zur Sanierung der Staatsfinanzen leiden wird. Durch Erhöhung der Mehrwertsteuer, teurerem Benzin, Tabak und Spirituosen.

Dass ihr Heimatland pleite gehen wird, glauben die Senioren indes nicht. "Der Staat hat kein Geld, aber die Griechen haben Geld." Es müssten mehr neutrale Kontrollinstanzen geschaffen werden, um Steuersünder zu stellen. "Sie müssten konsequenter verfolgt werden, nicht nur mit Worten", fordert Stefan Meladinis.

Ein "offenes Geheimnis" sei, dass Schmiergelder (genannt Fakelaki) flossen und fließen. "Ich selbst habe es nie erlebt, aber man hört viel", sagt der 70-Jährige, der noch Verwandte in Griechenland hat. Operationstermine könne man ebenso beschleunigen wie Bauanträge -wenn man den richtigen Umschlag an den richtigen Beamten übergebe. "Darüber berichtet auch die griechische Presse." In Deutschland werde indes teilweise "unfair" über die Krise in Griechenland berichtet. "Unter Freunden sollte man das nicht tun."

Idee, Inseln zu verkaufen, weisen Senioren als "Unsinn" zurück

Wie sieht die Zukunft ihres Heimatlandes aus? Griechenland müsse sich zwar in erster Linie selbst helfen, die Idee deutscher CDU- und FDP-Politiker, unbewohnte Inseln im Ägäischen und Ionischen Meer zu verkaufen, um Geld in die Staatskassen zu spülen, weisen die Wetzlarer Griechen aber als "Unsinn" zurück. "So etwas kann man nicht ernsthaft vorschlagen."


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