Fachärztehaus ist eröffnet

MEDIZIN Neben Fachärzten ziehen auch Physiotherapeut und Logopäde ein
Noch wird an der ein oder ... | Foto: BAch

Während an vielen Stellen noch gewerkelt wurde, fiel im Kommunikationszentrum des Krankenhauses der feierliche Startschuss für das 3000 Quadratmeter große , in Energiesparweise errichtete und drei Millionen Euro teure Zentrum.

Am 1. November sollen auch die letzten Bauarbeiten enden, deshalb wurde überall noch mit Hochdruck gearbeitet. Auf dem Parkplatz werden noch die Bodenplatten verlegt, der Außenbereich bepflanzt und Richtung Wald eine Außentreppe installiert.

Zum 1. November sollen auch die letzten Arbeiten abgeschlossen sein

In den kommenden Wochen werden dann nach und nach sechs Arztpraxen einziehen: Dr. Martin Eberl (Hautarzt und Allergologe), Dr. Michael Fester (Facharzt für Innere Medizin), Dr. Eva Oppel (Fachärztin für Augenkrankheiten), Dr. Marc Wolfram (Facharzt für Urologie), Dr. Peter Schramm (Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde) und Dr. Hans-Werner Wüstenberg (Facharzt für Orthopädie). Außerdem ziehen ein die Praxis für Physiotherapie Oliver Hamm, die Praxis für Logopädie Christian Hartel, die Rosenapotheke, die Orthopädietechnik Kern und Heinemann Optik und Akustik .

Auch das Kreiskrankenhaus Weilburg hat eine halbe Etage angemietet: Dort soll voraussichtlich am 1. April eine geriatrische Tagesklinik eröffnen.

Die Bauarbeiten waren planmäßig und ohne größere Unfälle voran gegangen. Einziger Wermutstropfen: Am Tag vor der Einweihung griff der sowieso "unter Strom stehende" Bauleiter Mark Hoffmann an ein Kabel und erlitt einen Stromschlag. Nach einer Stunde ging es ihm zwar schon besser. Er musste aber zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

"Mit der Eröffnung des Fachärztezentrums am Kreiskrankenhaus Weilburg erhält unsere Bevölkerung eine optimale gesundheitliche Versorgung", sagte Landrat Manfred Michel (CDU) bei der Eröffnungsfeier. Durch seine unmittelbare Nähe zum Krankenhaus trage das Fachärztehaus auch zum Fortbestand der Klinik bei, die sich in einer "gesundheitlich turbulenten Zeit" behaupten müsse.

Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) ließ anschließend die Anfänge des Projektes noch einmal Revue passieren: 2008 hätten erste Gespräche mit Dr. Marc Wolfram und Dr. Michael Fester über ein Fachärztezentrum stattgefunden. Über verschiedene Standorte habe der Weg schließlich zum Kreiskrankenhaus geführt. Dabei habe stets auch das Ringen um die Altstadt eine wichtige Rolle gespielt, denn Ärzte würden Menschen in eine Stadt holen. Aber der Standort am Krankenhaus bringe Synergieeffekte für Medizin und Patienten. Es entstehe ein Netzwerk kurzer Wege der Hilfe. Nun gelte es, in der Altstadt entstandene Lücken wieder zu füllen. "Das ist die Aufgabe von Bürgerschaft, Wirtschaft, Dienstleistung und Stadt - von uns allen", so Schick.

Der Sprecher der Ärzte, Marc Wolfram, ist überzeugt, dass die Arztpraxen, die Gewerbetreibenden und das Krankenhaus zusammenwachsen würden. "Wir alle haben in die Region, in unsere Praxen und in die Patientenversorgung investiert", so Wolfram. Aus aktuellem Anlass ging er auch auf die Situation der Ärzte auf dem Land ein: So fehlten trotz rund 8700 Studienanfänger in Medizin pro Jahr vielerorts Nachfolger für Praxen. Leistungen würden durch die Krankenkassen beschränkt und Behandlungsfälle vorgeschrieben. "In Weilburg ist es nun ein ganzes Stück gelungen, Voraussetzungen für die Zukunft der ärztlichen Versorgung zu schaffen". Dafür dankte er allen, die dazu beigetragen hatten.

Dass er den Begriff "Fachärztehaus" und nicht "Fachärztezentrum" benutze, liege daran, dass eine Stellungnahme der berufsrechtlich zuständigen Landesärztekammer zur Bezeichnung "Zentrum" noch nicht vorliege. Denn durch ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes dürfe der Begriff "Zentrum" nicht mehr so einfach verwendet werden, erklärte Wolfram.

Geschäftsführer Martin Bender von der Firma Weimer Bau schilderte die vielfältigen Aufgaben, die es beim Bau zu erfüllen galt. So sei jede Praxis anders geplant worden. Denn jeder Mieter habe seine eigene Raumaufteilung und technischen Anforderungen. Die meisten Arbeiten seien von heimischen Unternehmen ausgeführt worden.

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Dokument erstellt am 28.10.2012 um 18:20:00 Uhr
Letzte Änderung am 29.10.2012 um 15:11:27 Uhr
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