Florian Hill geht ins Eisfeld

Lahnauer Bergsteiger will abgelegene Gipfel in Alaska bezwingen
Der 27-jährige Extrembergsteiger Florian Hill aus Lahnau ist zu einer Expedition nach Alaska aufgebrochen. (Foto: Haid)
Der 27-jährige Extrembergsteiger Florian Hill aus Lahnau ist zu einer Expedition nach Alaska aufgebrochen. (Foto: Haid)
Herausforderungen in unberührter Natur: Inmitten des 4000 Quadratkilometer großen Juneau-Eisfelds  liegen bis zu 3000 Me
Herausforderungen in unberührter Natur: Inmitten des 4000 Quadratkilometer großen Juneau-Eisfelds liegen bis zu 3000 Meter aufragende Berge. Florian Hill will mehrere dieser noch nie bestiegenen Gipfel bezwingen. (Foto: Archiv)
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Von Juneau aus werden Hill und sein Expeditionspartner Markus Kirchgasser aus Österreich zuerst die amerikanische Bergsteigerikone John Svenson besuchen, um sich von ihm Ratschläge für die Routenführung durch das mit Spalten übersäte Eisfeld zu holen, das die beiden Europäer zu Fuß und zum Teil auf Skiern durchqueren wollen. Dabei muss jeder von ihnen einen etwa 20 Kilogramm schweren Rucksack tragen und weitere 40 Kilogramm Proviant und Brennstoff in einem speziellen Lastenschlitten hinter sich herziehen. "Diese Gletscherspalten können Probleme bereiten. Wenn der Schlitten abstürzt, dann hast Du ein Problem, denn Du bist ja mit ihm verbunden", sagt Florian Hill.

Was die zwei Extremsportler auf ihrer schwierigen Tour ins ewige Eis mitnehmen können, erlaubt ihnen eine Expeditionszeit von etwa zwei bis drei Wochen. In dieser kurzen Zeit wollen sie eine abgelegene und von Menschen kaum jemals besuchte Bergregion besuchen, die innerhalb des Eisfelds aus der Senke des Gilkey-Gletschers emporragt. Die von Meereshöhe aus bis zu 3000 Metern Höhe steil ansteigenden Gipfel dieser Bergkette haben keine Namen, sie sind von Wissenschaftlern lediglich durchnummeriert worden.

Florian Hill und Markus Kirchgasser wollen diese so genannte Range überschreiten und dabei als erste Menschen fünf bis acht der namenlosen Gipfel bezwingen - natürlich "in fair means", was bedeutet, dass sie mit einfachen Mitteln und ohne bergsteigerische Spezialtechnik unterwegs sind.

"Es ist die Konzentration auf das Wesentliche", beschreibt der 1984 in Weilburg geborene Kletterer seine Philosophie und ergänzt: "Ich sehe das Bergsteigen als eine Lebenskunst an, nicht nur als sportliche Höchstleistung."

Auf den Gipfel des Mount McKinley über einen Route durch die Südwand

Nach ihrem dreiwöchigen Ausflug ins Unbekannte haben sich Hill und Kirchgasser einen bekannten, aber ebenfalls schwierigen Berg als weiteres Ziel gesetzt: den Mount Mc Kinley. Der mit 6125 Metern höchste Berg Nordamerikas ist mit starken Eispanzern überzogen und - wie auch das Juneau-Eisfeld - wegen seiner häufigen Wetterumschwünge gefürchtet. Fast von einer Minute auf die andere können mächtige Stürme und extrem niedrige Temperaturen Bergsteiger dort in Lebensgefahr bringen.

Zur Aufstiegsroute verrät Florian Hill: "Wir werden es über einen extrem selten genutzten Klassiker an der Südwand probieren." Doch vor dem Gipfelsturm stehen erst einmal ein Basislager in eisiger Lage und mehrere Touren, um sich an die Höhe zu gewöhnen.

Hill zog als Kind von Weilburg nach Dorlar, wo der dann aufwuchs. Schon als Fünfjähriger träumte Florian davon, auf hohe Berge zu klettern und die Welt unter sich zu sehen. Gemeinsam mit dem Vater und dem älteren Bruder unternahm er dann die ersten Bergtouren und wurde so von einem Virus infiziert, das ihn nicht mehr losließ. Florian Hill betätigte sich als Jugendlicher im Leistungssport und steckte seine Grenzen dabei Stück für Stück weiter. Im klassischen Alpinistenstil bezwang er zahlreiche Alpengipfel. Weitere Bergtouren in Alaska und Kanada sowie dem südlichen Himalaya und in Birma folgten. Im vergangenen Jahr bestieg er dann den bolivianischen Illimani und berichtete auf mittelhessen.de von der Tour.

Mittlerweile ist der Lahnauer Athlet ins Tiroler Oberland umgezogen. Dort studiert er Geografie, Deutsch und Sport an der Pädagogischen Hochschule Tirol in Innsbruck. Und natürlich nutzt der Mittelhesse in Österreich die Nähe zu den Bergen der Alpen für sein intensives Training aus.


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