
Hospiz-Geschäftsführer Wolfgang Frank machte deutlich, dass man eine "Hos-pizliche Haltung" nur sehr schwer vermitteln könne. Die Bereitschaft zur Demut und Nächstenliebe müsse wachsen. Für den ehemaligen Richter, der seit zwei Jahren ehrenamtlich im Hospiz "Haus Emmaus" tätig ist, eine ganz neue Erfahrung.
Wie zuvor Geschäftsführer Frank, dankte auch Bürgermeister Manfred Wagner dem Mitarbeiterteam für seinen einfühlsamen Umgang mit den Gästen. "Wir sind dankbar, eine Einrichtung in unserer Stadt zu wissen, in der todkranke Menschen liebevoll betreut werden." Wagner hob er die gute Arbeit der Ehrenamtlichen hervor, die einen Teil ihrer freien Zeit opfern, um Menschen in der letzten Phase ihres Lebens zu begleiten.
Monika Stumpf, die das Wetzlarer "Haus Emmaus" auf dem Spilburg-Gelände leitet, sieht die Hospizarbeit als "ein Stück Gastfreundschaft" für Sterbende: "Menschen, die zu uns kommen, wissen, sie gehen das letzte Stück ihres Lebenswegs." Sie und ihre Angehörigen in dieser schwierigen Situation nicht alleine zu lassen, sondern liebevoll zu betreuen, ist für Monika Stumpf eine hospizliche Haltung. Dazu gehört es auch, eine Frage ehrlich zu beantworten. "Sterbebegleitung kann man nicht erlernen, sondern immer wieder neu erfahren", so die Hospizleiterin.
"Bei 95 Prozent unserer Gäste in den bundesweit rund 200 Hospizeinrichtungen ist eine gute Betreuung und Verabschiedung von Schwerstkranken keine besondere Herausforderung", erklärte Gunnar Horn, evangelischer Pfarrer im Hospiz "Waldkrankenhaus Bad Godesberg. "Aber die restlichen fünf Prozent, die gesundheitlich schwer geschädigt, sich abartig verhalten und lauthals die aktive Sterbehilfe fordern, benötigen eine besondere Aufmerksamkeit. Hier ist unsere Nächstenliebe gefragt", so der Seelsorger. Im Sterben erweist sich die helfende Hand als ein wertvolles Gut. Schmerz, Leid und Einsamkeit gehe jedem Sterben voraus, daran komme keiner vorbei.
Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Helga Lopez sagte, der Mensch müsse in unserer Gesellschaft funktionieren und Leistung bringen, dann sei er geachtet. "Sich dem Menschen mit all seinen Schwächen annehmen und nicht nur in der finalen Phase am Lebensende muss zum Bestandteil unserer Gesellschaft werden, fordert die Politikerin.
Für Birgitta Killing, Chefärztin der Palliativmedizin am Klinikum Wetzlar, ist die Hospizarbeit eine wertvolle Ergänzung der Palliativmedizin. "Wenn wir einen Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung abgeben müssen, sind wir dankbar, dass er im Hospiz eine liebevolle Betreuung findet", so die Ärztin, die sich dafür aussprach, bei begrenzten Lebenserwartungen, auch Patientenwünsche zu akzeptieren, wenn diese medizinisch fraglich sind.
n Auch im Hospiz ist ein schmerzfreies Sterben nicht immer möglich
Die abschließende Gesprächsrunde wurde vom Vorsitzenden des Förderkreises Hospiz Mittelhessen, Professor Günther Brobmann, moderiert. "Wir sollten unseren "Gästen" keine Versprechungen machen, die wir nicht halten können, denn ein schmerzfreies Sterben ist auch im Hospiz nicht immer möglich", so Monika Stumpf. "Aber wir können den Menschen die Gewissheit geben, dass wir sie bis zu ihrem Lebensende begleiten werden". Eine Zusage, die bei den Anwesenden große Zustimmung fand.







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