Großer Zuspruch bei Bürgerversammlung in Dillenburgs größtem Stadtteil Frohnhausen

Mehr als 500 Gäste und Vertreter der städtischen Gremien kamen zur Bürgerversammlung in die Turnhalle der Goldbachschule in Frohnhausen.

Foto: A. Graser

Am Ortseingang in der Hindenburgstraße gilt jetzt Tempo 30 zum Schutz von Schülern und Senioren .

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Die Bürgerversammlung Frohnhausen war bis zum letzten Platz besucht. Foto: A. Graser

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Bereits seit Jahren unterlässt die Stadt Dillenburg keine Anstrengung, den Bau der Ortsumgehung voranzutreiben. Bürgermeister Michael Lotz: "Ich verstehe die Unzufriedenheit vieler Frohnhäuser Bürger angesichts der unerträglichen Verkehrssituation sehr gut". Besonders belastet seien die Menschen, die an der Hauptstraße (B 253) wohnen, aber auch die im Stau stehenden Verkehrsteilnehmer.

Die Ortsumgehung müsse endlich gebaut werden, dafür habe er unter anderem gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister von Eschenburg Walter Jank schon verschiedene Ministerien auf Landes- und Bundesebene aufgesucht und das persönliche Gespräch mit den zuständigen Referatsleitern gesucht, damit das Projekt auf der Prioritätenliste des Bundes nach vorne geschoben werde. Im Bundesverkehrswegeplan sei die Ortsumgehung schon seit Jahren enthalten. Allerdings erst jetzt mit dem neuen Entwurf, der voraussichtlich Anfang 2017 verabschiedet wird, auch unter die "vordringlichen Maßnahmen" gerutscht, die in den nächsten 15 Jahren umgesetzt werden. Nun seien weitere, starke Argumente wichtig, damit sich die Ortsumgehung gegenüber den anderen, im vordringlichen Bedarf vorhandenen Projekten schnell umsetzen lässt. Zum heutigen Zeitpunkt sei kein Realisierungszeitpunkt nennbar, aber die Verwaltung arbeite an dem wichtigsten Verkehrsprojekt der Stadt mit Hochdruck. Das Stadtoberhaupt erklärte, dass HessenMobil jetzt ein Angebot erarbeitet habe, um den belastenden Zustand zu mildern und die Situation bis zum Bau der Ortsumgehung zu entschärfen.

Als Gäste hatte die Stadt den Leiter von HessenMobil Dillenburg, Eugen Reichwein sowie seinen Mitarbeiter Harald Wilke und Michael Mader vom beauftragten Ingenieurbüro Köhler & Taubmann GmbH eingeladen. Eugen Reichwein erläuterte, dass sich der Kreisel zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt habe und seine Behörde über eine Veränderung nachdenken müsse. Die Fachleute aus Frankfurt am Main hatten daher im Auftrag von HessenMobil die Verkehrssituation in Dillenburgs größtem Stadtteil ausführlich untersucht. Dafür sei der Bestand aufgenommen und die Prognose zur Zunahme des Verkehrsaufkommens bis zum Jahr 2025 mit jährlich 0,5 % berechnet worden.

Michael Mader informierte die Gäste darüber, dass bei einer Umgestaltung des Langaar-Kreisels mit einer Ampelanlage die gefühlte Wartezeit durch die Rotphasen zwar länger sei als bei einem Kreisel, in den Grünphasen insgesamt aber mehr Fahrzeuge über die Kreuzung geleitet werden könnten, als in der gleichen Zeit bei einem Kreisel, da Abbiegerspuren eingerichtet würden.

Daher empfehle das Büro die Umgestaltung mit einer Ampelanlage, die laut HessenMobil Kosten in Höhe von ca. 120.000 Euro verursache. Bei einem Ausbau des Kreisels mit Bypässen sei dagegen mit einem Betrag von 600.000 bis 700.000 Euro zu rechnen. Die Ausgestaltung der Kreuzung mit einer Ampelanlage durch die Landesbehörde wurde von vielen Gästen sehr kontrovers diskutiert, die der Meinung waren, dass sich der provisorische Kreisel bewährt habe und dieser beibehalten werden solle, was sich auch als allgemeines Stimmungsbild unter den Anwesenden so etablierte.

Diese Maßnahme an der B 253 und dem Abzweig nach Manderbach bzw. dem Gewerbegebiet müsse in einem Zusammenhang mit den Ampelanlagen im Ort gesehen werden, erläuterte Michael Mader weiter, da der Verkehrsfluss zwischen beiden Bereichen voneinander abhängig sei. Deswegen habe man auch den Knotenpunkt B 253/Rathaus-/Bahnhofstraße näher untersucht und überlegt, ob es bis zum Bau der Ortsumgehung eine Möglichkeit zur Verbesserung gäbe. Die vorgestellten Varianten konzentrierten sich auf einen drei- bzw. vierspurigen Ausbau im Kreuzungsbereich mit einer Einfädelungsspur auf jeweils 100 m in beide Fahrtrichtungen und damit verbunden auch mit einem Wegfall der Parkstreifen und einem Rückbau des Bürgersteigs um einen Meter. Der Vorteil wäre, dass innerhalb der gleichen Zeit eine größere Anzahl von Fahrzeugen die Kreuzung zügiger passieren kann und deswegen mit geringen Schadstoffausstößen und Lärmbelästigungen zu rechnen sei. Auch dieser Vorschlag wurde von vielen Anwesenden kritisch diskutiert. Vor allem Sicherheitsaspekte für Fußgänger durch den schmäleren Bürgersteig standen dabei im Mittelpunkt. Ein Umsatzrückgang der hier ansässigen Geschäfte durch die wegfallenden Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe und Probleme durch Raserei waren ebenfalls Thema. Einige Bürger hatten Bedenken, dass sich der Ausbau in der Ortsmitte nachteilig auf die Priorität zum Bau der Ortsumgehung auswirken könne.

Bürgermeister Michael Lotz und Eugen Reichwein betonten noch einmal, dass es sich nur um Vorschläge handele. Die Entscheidungen, ob in der Ortsmitte etwas verändert werde oder nicht, träfe die Stadtverordnetenversammlung, die alle Aspekte gründlich und sachlich abwägen werde. Auch der Ortsbeirat Frohnhausen werde sich mit der Thematik ausführlich beschäftigen. Heute sei das heutige Meinungsbild sehr wichtig, das einen Ausbau des Langaar-Kreisels und keine Veränderung des Kreuzungsbereiches in der Ortsmitte zeige.

Schulwegsicherung war auch ein Thema

Abschließend berichtete der Leiter des städtischen Ressorts für Sicherheit und Ordnung Hans-Peter Göbel über die Schulwegsicherung in der Hindenburgstraße Frohnhausen. Durch das hier ansässige Seniorenwohnheim und den beiden Schulen passieren täglich Dutzende von Fußgängern diese Straße. Von Weidelbach über die Kreisstraße kommend fahren etliche Fahrzeuge leider zu schnell in den Ort hinein. Daher hat die Stadt Dillenburg sich nachdrücklich beim zuständigen Lahn-Dill-Kreis um eine Verbesserung zum Schutz von Kindern und Senioren bemüht, führt genau wie die Polizei regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durch und hat die Bordsteine abgesenkt. Nach Auskunft des Lahn-Dill-Kreises reicht das Ergebnis der durchgeführten Verkehrszählung nicht für die gesetzlichen Vorgaben zur Umsetzung von einer Überquerungshilfe, einer Fußgängerampel oder einen Zebrastreifen aus.

Daraufhin hat die Stadt Dillenburg in diesem Bereich werktags von 7 bis 17 Uhr eine Tempo-30-Regelung angeordnet. Die entsprechende Beschilderung ist bereits aufgestellt.


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