HSG geht an Förde unter

SG Flensburg-Handewitt schlägt desolate Wetzlarer 42:22 (20:7)

Vor allem die Tatsache, dass seine Mannschaft überhaupt nicht dagegenhalten konnte, schmerzte den HSG-Coach nach der dritten Niederlage in Folge. Gegen den mitreißenden Tempohandball der wie entfesselt auftretenden Gastgeber wirkten Kapitän Timo Salzer und Co. wie Statisten. "Wir hatten uns so viel vorgenommen", erklärte Chalepo fast ratlos. Nach neuneinhalb Minuten nahm er bereits eine Auszeit, nach gut 13 Minuten und der 11:3-Führung für den Deutschen Meister von 2004 waren für Wetzlar an der Ostseeküste bereits alles Dämme gebrochen. Selbst mit zwei Spielern mehr auf dem Feld gelang den Grün-Weißen kein Tor. "Das war eine desolate Vorstellung", sagte Schlussmann Nikolai Weber, der wie fast alle Vorderleute enttäuschte. Beinahe jeder der vielen Fehler und Fehlwürfe im Angriff wurde postwendend per Tempogegenstoß bestraft. Kein Wunder, dass sich SG-Trainer Lubomir Vranjes, der während der Saison seinen schwedischen Landsmann Per Carlén beerbt hat, am Ende "überzufrieden" zeigte. "Das war eine großartige Vorstellung in Sachen Kampf, Spielfreude und Leidenschaft", schwärmte der ehemalige ballgewandte Rückraumregisseur.

Djordic bleibt, Beutler geht zum HSV, Andersson kommt aus Großwallstadt

Mit der Videoaufzeichnung des geradeso mit 29:28 gewonnen Saisonauftaktspiels in der Rittal-Arena hatte der gebürtige Jugoslawe seine Schützlinge auf den Rückrundenstart eingestimmt. Und damit offenbar den richtigen Ton getroffen. Denn statt im Gefühl des früh feststehenden klaren Sieges den einen oder anderen Ganz zurückzuschalten, gab der Champions-League-Finalist von 2004 und 2007 Vollgas bis zur letzten Sekunde. Alle Feldspieler durften ran. Alle trugen sich in die Torschützenliste ein. Auch der ehemalige Wetzlarer Petar Djordjic, der seinen Vertrag an der dänischen Grenze gerade um zwei Jahre bis 2013 verlängert hat.

Zuschauen musste gestern nur Jan Beutler. Der schwedische Nationaltorhüter wird zum HSV Hamburg wechseln. Dies bestätigte SG-Manager Holger Kaiser am Rande der Partie. Demzufolge hat der 33 Jahre alte Schlussmann seinen bis Sommer 2012 laufenden Vertrag per Ausstiegsklausel gekündigt. "Uns hat er gesagt, dass er nach Hamburg gehen wird", sagte Kaiser. Von Tabellenführer HSV gab es zu den bereits seit Wochen anhaltenden Spekulationen bisher keine Bestätigung. Als Beutlers Nachfolger hat die SG Flensburg-Handewitt dessen Landsmann Mattias Andersson vom TV Großwallstadt verpflichtet. Der Ex-Kieler habe einen Zweijahresvertrag unterschrieben, gab Kaiser gestern bekannt.

Zum schwachen HSG-Auftritt passte die Szene, als sich Philipp Müller völlig frustriert zu einem Ellbogencheck gegen Petrik Fahlgren hinreißen ließ, die rote Karte - nach zwei vorausgegangenen Zeitstrafen -bleibt aber für das Heimspiel am Mittwoch (20.15 Uhr) gegen den TV Großwallstadt ohne Folgen.

Flensburg: Beutler (n.e.), Rasmussen - Karlsson (1), Carlén (6), Eggert (9/3), Fahlgren (2), Mogensen (2), Svan Hansen (7), Djordjic (3), Mocsai (4), Heinl (2), Szilagyi (1), Boesen (2), Knudsen (3).Wetzlar: Weber (11. bis 30.), Hacko - Schmidt, Rompf (2), Salzer (1), Valo (2), Jungwirth (3), Mraz (5/1), Müller, Chalkidis (2), Fäth (1), Friedrich (5/3), Kristjansson (1).

Schiedsrichter: Dedens/Geckert (Magdeburg) - Zuschauer: 6150 - Zeitstrafen: Flensburg sechs (Karlsson zwei, Carlén, Eggert, Mogensen, Heinl); Wetzlar sechs (Müller drei, rote Karte 55., Mraz zwei, Friedrich) - verworfene Siebenmeter: Friedrich (Wetzlar) scheitert zweimal an Rasmussen (13., 42.).


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