"Hat er die Geige dabei?"

KINO Hunderte wollen David Garrett in Marburg sehen

Vor der großen Leinwand gab David Garrett am Freitag auch eine kleine Kostprobe seines Könnens für die vielen Fans.

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Die 800 Tickets für den Besuch von David Garrett in zwei Kinosälen waren fast so schnell ausverkauft, wie der Mann Geige spielen kann. Und das ist sehr schnell. Den "Hummelflug" absolvierte er im Turbogang von 65,26 Sekunden. David Garrett wird gefeiert wie ein Popstar. Er galt als Wunderkind und war Meisterschüler von Itzhak Perlman an der berühmten "Juiliard" School in New York. Kultstatus bei den Fans erreichte er mit seinen Cross-Over-Projekten, mit Interpretation von Michael Jackson- oder Metallica-Songs und nicht zuletzt mit dem entsprechenden Image. Die Kritik bezeichnet ihn hingegen gerne mal als "Jörg Pilawa der klassischen Musik".

Bei seinen Bewunderern klingt das komplett anders. "David Garrett ist einfach der coolste Geiger überhaupt", war auch in Marburg am roten Teppich zu hören. Den absolvierte Garrett am Freitagabend geduldig. Er nahm sich viel Zeit, schrieb Autogramme, signierte Geigen, ließ sich mit Fans fotografieren. Zu den jüngsten Fans zählte die achtjährige Kim, die es mit ihrer Mama nach ganz vorn an die Absperrung geschafft hatte und der es im Gedränge ein bisschen mulmig wurde. Die Belohnung fürs Durchhalten: Ein Autogramm von David.

Auch etwas ältere Semester waren gekommen und ebenso begeistert. Petra Niemann zum Beispiel hat in diesem Jahr ein Konzert in Erfurt besucht und schwärmt von diesem Erlebnis. Bei seinem Besuch in Marburg hatte sie nun auch einen Platz an vorderster Autogramm-Front ergattert. In den beiden Kinosälen, in denen der Film "Der Teufelsgeiger" im Anschluss gezeigt wurde, stand Garrett dann jeweils für ein paar Minuten auf der Bühne. "Hat er die Geige dabei?", fragte ein Zuschauer nach.

Der Film selber kommt bei den Fans nicht so besonders gut an

"Wir wollen ja nicht nur die Frisur sehen." Natürlich hat er. Eine kleine Kostprobe seines Könnens für die Fans und ein kleines Interview über sein Debüt als Schauspieler obendrauf.

"Ich mag Projekte, die Spaß machen, aber auch eine Herausforderung sind", erklärte Garrett dem Publikum. Auf die Frage, wie viel Paganini in ihm stecke, antwortete er: "relativ viel". Das gelte aber für jeden guten Geiger. Paganini habe das Instrument neu erfunden, vor ihm habe es keine berühmten Instrumentalisten gegeben.

So begeistert die Marburger von Garretts Auftritt und seinem Charisma auch waren - der Film selbst enttäuschte aber viele. In Kritiken war schon zu lesen, es handele sich um "leibhaftige Fankost" und um "zwei Stunden zum Fremdschämen". Und selbst eingefleischte Fans bewerteten Garretts Schauspieltalent kritisch. "Er soll lieber beim Fiedeln bleiben", erklärte ein Zuschauer im Anschluss.


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