Hessentag ist politisches Instrument

Ministerpräsident Roland Koch lobt Integrationsgedanken des Landesfestes

Über 2000 ehrenamtliche Helfer stehen in Stadtallendorf bereit

Georg-August Zinn hatte den ersten Hessentag 1961 ins Leben gerufen, um dem 1948 neu geschaffenen Bundesland Hessen mit seinen vielen Vertrieben und Aussiedlern zu einem "Wir-Gefühl" zu verhelfen. Drei Tage feierten 40 000 Hessen damals in dem 10 000-Einwohner-Städtchen Alsfeld.

Der Integrationsgedanke steht auch für Roland Koch noch im Mittelpunkt des Landesfestes. 44 Prozent der Hessen heute hätten einen Migrationshintergrund, folglich habe das Fest auch eine Zukunft, denn Hessen sei ein Zuwanderungsland.

Viele Bundesländer hätten versucht, das Landesfest zu kopieren, ein Zeichen, dass Hessen Vorbild sei. Koch sieht das Fest durchaus als politisches Instrument eines "selbstbewussten Bundeslandes", das sich über die Jahrzehnte etabliert habe.

Trotz angespannter finanzieller Lage geht er davon aus, dass der Hessentag noch eine lange Zukunft habe.

Staatssekretär und Regierungssprecher Dirk Metz, der den Festakt moderierte, hatte in einer kleinen Talkrunde unter anderen den 79-jährigen Karl-Heinz Paul auf der Bühne. Er war 1961 der erste Hessentagsbeauftragte in Alsfeld. Eine seiner Anekdoten handelte von seinem Rasierapparat. Den musste er frühmorgens um 5 Uhr holen, weil der Sänger Bill Ramsey keinen dabei hatte und unrasiert nicht zum Fernsehauftritt konnte.

Stadtallendorfs Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) musste in seiner Rede zwar eingestehen, dass es vor zweieinhalb Jahren viele Skeptiker in der Stadt gegeben habe, doch auch die freuten sich jetzt auf den Hessentag. Über 2000 ehrenamtliche Helfer stünden bereit, und bei allen finanziellen Klimmzügen habe die Stadt vieles schaffen können, was man ohne Landeszuschüsse und Hessentag nicht in Angriff genommen hätte. Als Beispiel nannte er einen "vergammelten Bahnhof". Dieser ist am Dienstag dieser Woche frisch renoviert eingeweiht worden. Vollmer ist sich sicher: "Wir haben kein Geld zum Fenster rausgeworfen", weil die Stadt etwas für nachfolgende Generationen geschaffen habe, wie den neugestalteten Heinz-Lang-Park oder das Gewerbegebiet, das jetzt als Open-Air-Gelände genutzt wird und in dem im Juni die erste neue Firma bauen möchte.


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