Hoffnungsschimmer wird zu Geld

BAUARBEITEN Stiftung Denkmalschutz fördert Renovierung der ehemaligen Synagoge

In der ehemaligen Synagoge in Schupbach wird der symbolische Scheck überreicht: Andy Genschka (v. l./Gemeinde), Manfred Weber (Untere Denkmalschutzbehörde, Landkreis), Eckard Mascus, Johannes Laubach, Sabine Müller-Wendt (alle Förderverein), Renate Albrecht (Restauratorin), Andreas Marx (Glückspirale), Reinhard Spiekermann (Büro Dreier), Gerhild Seibert (Stiftung), Johanna Trommer sowie Karin Thomas-Klausnitzer, Andrea Schesmer-Lehnert und Gerhard Christ (alle Förderverein). (Foto: Braun)

Den symbolischen Scheck überreichte jüngst Gerhild Seibert, Leiterin des Ortskuratoriums der Stiftung in Wetzlar, zusammen mit Andreas Marx von der Lotterie Glücksspirale an Vertreter des Vereins.

Es war ein Termin mitten in einer Baustelle. „Das ist auch gut so, dann sehen wir auch, dass sich etwas tut“, sagte Seibert. Meist bekämen die Vertreter der Stiftung einen Eindruck von den geförderten Denkmalen, wenn noch nicht mit den Arbeiten begonnen wurde oder sie bereits beendet sind.

Die Sanierung der ehemaligen Synagoge ist zwar schon deutlich fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Wie Johannes Laubach und Eckard Mascus vom Vorstand des Fördervereins erläuterten, befindet sich die Sanierung im zweiten Abschnitt.

Im Treppenhaus haben Restauratoren die ursprüngliche Farbgebung des Putzes wieder freigelegt

Die Kuppeldecke war bereits vor zwei Jahren in Angriff genommen worden, zeitgleich bekam das Gebäude einen Anschluss an das Strom- und Kanalnetz und erhielt einen Wasseranschluss. Nun ist die Restaurierung der Wände an der Reihe, der Holzfußboden muss komplett neu aufgebaut und mit einem neuen Unterbau versehen werden. Derzeit sind die Restauratoren um Sven Trommer vor allem im Treppenhaus aktiv. Dort haben sie die ursprüngliche Farbgebung des Putzes wieder freigelegt, es ist das gleiche Blau wie im Betraum, das über viele Jahre unter einem weißen Anstrich verborgen lag. Und natürlich tritt auch im Treppenhaus das gleiche Schadensbild am Putz wie im Betraum auf.

Die Verwendung von Schlackematerial von der nahe gelegenen Christianshütte hat dafür gesorgt, dass sich Metallpartikel im Putz befinden. Kommt Feuchtigkeit hinzu, beginnt der Prozess der Korrosion und damit einer Ausdehnung der Metallpartikel, was schließlich zu einer Absprengung des Verputzes führt.

Fördervereins-Vorsitzender Laubach zeigte sich erfreut darüber, dass es nun doch noch mit einer Förderung durch die Stiftung Denkmalschutz funktioniert. Der Verein musste im Frühjahr zunächst einmal hinnehmen, dass dem Wunsch nach einer Förderung nicht entsprochen wurde. Allerdings gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer, denn das Projekt ehemalige Synagoge war auf Platz 1 der Warteliste. Und aus dem Hoffnungsschimmer ist nun eine finanzielle Förderung in Höhe von 30 000 Euro geworden.

Der zweite Bauabschnitt war zunächst mit Kosten in Höhe von etwas mehr als 70 000 Euro kalkuliert worden. 30 000 Euro hatte das Landesamt für Denkmalpflege frühzeitig zugesagt. Mit den Mitteln der Stiftung erhöht sich die Fördersumme auf 60 000 Euro.

Das Geld kann der Verein, der die fehlenden Mittel aus eigener Kraft stemmen muss, gut gebrauchen. Der zweite Bauabschnitt wird nämlich etwas mehr kosten als zunächst kalkuliert, da zusätzliche Arbeiten – wie das Treppenhaus aufgenommen wurden, verdeutlichte Reinhard Spiekermann vom Architekturbüro Stephan Dreier. Andreas Marx von der Glücksspirale-Lotterie sprach von einem „außergewöhnlichen Denkmal“. Der Einsatz von Förderern und Verein lohne sich, was sich deutlich abzeichne. Die Lotterie der Glücksspirale gibt 25 Prozent ihrer Zweckerträge an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ab, weitere Nutznießer sind der Deutsche Olympische Sportbund und die Freie Wohlfahrtspflege. (red)


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