Hunderttausende auf den Fanmeilen

Hundertausende gaben sich dem kollektiven Feiertaumel hin. Bei Tropentemperaturen von bis zu 38 Grad sprangen Millionen Menschen auf, als Thomas Müller, Miroslav Klose, Arne Friedrich und noch einmal Klose die Sache klar machten.

Allerdings kamen angesichts der Hitze deutlich weniger Menschen auf die organisierten Partyzonen als noch beim Achtelfinale gegen England (4:1). Auf Deutschlands größter Fanmeile in Berlin versammelten sich nach Veranstalterangaben rund 300 000 Menschen, deutlich weniger als gegen die Engländer. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) musste in 62 Fällen Nothilfe leisten, sechs Fans kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.

Das DRK hatte davor gewarnt, sich ohne ausreichenden Schutz und genügender Flüssigkeit in den Public-Viewing-Zonen unter freiem Himmel aufzuhalten. Im Westen des Landes wurden kurz vor dem Anpfiff Regenschauer und Blitze gemeldet. In Pulheim nahe Köln konnten nach einem Stromausfall viele Zuschauer nur noch im Autoradio die Reportage des Spiels verfolgen.

Auf dem größten Fanfest des Landes in Berlin waren Stunden vor dem Spiel bereits mehrere zehntausend Besucher da. Zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor lautete das Motto des Massenspektakels "Schwitz-Rot-Gold". Allerdings kamen nach Einschätzung von Beobachtern am Samstag weniger Menschen als zum Achtelfinale gegen England. Das DRK musste bisher in etwa 30 Fällen helfen. "Es hält sich aber alles in Grenzen", sagte ein DRK-Sprecher.

In Hamburg strömten bei 33 Grad tausende Menschen auf das Heiligengeistfeld. In München waren viele Plätze in Biergärten und anderen Gaststätten besetzt. Beim größten Public-Viewing im Olympiastadion - mit einer Kapazität für 60 000 Zuschauer - drängten Tausende in bunter WM-Pracht ins Stadion. "Allein im Vorverkauf haben wir 13 000 Tickets verkauft", sagte eine Stadion-Sprecherin.

Polizei, Feuerwehr und die Hilfsdienste haben sich auf die Hitze und auf Zwischenfälle wegen Kreislauf-Problemen vieler Menschen vorbereitet. Überall wurde das Personal des Roten Kreuzes, der Malteser und Johanniter aufgestockt. Auf der Straße des 17. Juni an der Berliner Siegessäule wurde die von der früheren Love Parade bekannte Riesendusche wieder in Betrieb genommen.

Auch auf anderen großen Fanmeilen und in kleineren Städten wie Heilbronn oder Konstanz sollen die erhitzten Fans mit Wassernebel und Nieselregen abgekühlt werden. In Bitterfeld-Wolfen bei Halle/Saale hieß es: "Die Feuerwehr wird vorher den Platz schön nass machen und auch später die Spritze in die Menge halten."

Die Live-Übertragung des Viertelfinal-Spiels Deutschland- Argentinien aus Kapstadt wird in Deutschland auf etwa 2000 öffentlichen Fan-Partys gezeigt. Der Fußball-Weltverband FIFA hat am Samstag ein positives Fazit seiner offiziellen Fan-Meilen gezogen. Zu den Festen in Sydney, San Francisco, Mexiko-Stadt, Paris, London und Berlin seien bisher rund 4,1 Millionen Besucher gekommen, teilte der Verband in Johannesburg mit.


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