Im Woolrec-Streit fliegen die Fäuste

Körperveletzung oder Verleumdung? Firmen-Mitarbeiter greifen Mitglieder der IG Tiefenbach an
Die Firma Glasstec auf dem ... | Foto: privat

"Wir sind empört über diesen infamen Verleumdungsversuch durch die Firma Woolrec. Andererseits sind wir von diesem Geschäftsführer seit Jahren nichts anderes gewohnt", erklärte am Montag ein Vertreter der IG Tiefenbach.

Vorausgegangen war eine Pressemitteilung der Glass-tec GmbH & Co. KG in Sinn, deren Geschäftsführer Woolrec-Chef Edwin Fritsch ist. Das Portfolio von Glass-tec ist dem von Woolrec durchaus nah, dort wird Glasfasermaterial unter anderem zu Dämmplatten verarbeitet. Anders als bei Woolrec soll es sich jedoch nicht um Recycling handeln, sondern nach Glasstec-Angaben wird Ausschussware - Glasfasern aus der Urproduktion - verarbeitet.

Fritsch ließ über ein Pressebüro mitteilen, zwei IG-Mitglieder seien am Mittwoch vergangener Woche unerlaubt auf das Glasstec-Gelände eingedrungen. Als zwei Mitarbeiter versucht hätten, sie daran zu hindern, sei es zur tätlichen Auseinandersetzung gekommen. Auch von "gefährlichem Gewaltpotenzial" der IG Tiefenbach ist in der Mitteilung die Rede. Die beiden Mitarbeiter und das Unternehmen hätten Strafanzeige wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch gestellt.

Genau andersherum schilderte der IG-Vertreter den Vorfall. Das deckt sich weitgehend mit den Angaben der Polizei, die in dem Fall ermittelt. Sprecher Guido Rehr: "Nach dem jetzigem Ermittlungsstand kam es zwischen den Mitarbeitern und den beiden aus Braunfels stammenden 61 und 67 Jahre alten Rentnern vor der Betriebshalle zu einer verbalen Auseinandersetzung." Dann soll ein 42-Jähriger den 61-jährigen Braunfelser mit der Faust ins Gesicht geschlagen und dieser sich mit einem Tritt zur Wehr gesetzt haben. Gegen beide ermittelt die Polizei nun wegen Körperverletzung. Eine zentrale Rolle als Zeugen könnte dabei Mitarbeitern des Regierungspräsidiums (RP) Gießen zukommen, die zeitgleich den Glass-tech-Betrieb kontrollierten.

Nach Informationen einer RP-Sprecherin ging es bei der Kontrolle darum, festzustellen, ob Fritsch für Glasstech eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung benötigt. Auf Grundlage der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für Woolrec war Fritsch kürzlich persönliche Unzuverlässigkeit attestiert worden. Woolrec darf er deshalb nicht mehr leiten. Etwaige weitere Fritsch-Unternehmen sind von diesem Verbot nicht betroffen.

"Schon wieder schmutziges Recycling? - Woolrec-Chef betreibt weiteres umstrittenes Werk." Unter diesem Titel hatte das Magazin "Defacto" am Sonntagabend im Hessenfernsehen über Glasstec in Sinn berichtet.

Kein Sonderabfall in Sinn gefunden?

Die Redakteure gaben an, auch 30 Kilometer von Tiefenbach entfernt Zustände gefunden zu haben, "für die sich die Kontrollbehörden sicher interessieren werden". Im vorauseilenden Gehorsam hatte Fritsch bereits am Freitag mitteilen lassen, dass von den RP-Kontrolleuren nicht festgestellt werden konnte, "dass gefährlicher Abfall in Sinn verarbeitet wird beziehungsweise dort angeliefert worden ist oder lagert". Darum sei es bei den Kontrollen auch gar nicht gegangen, entgegnete eine Sprecherin der Behörde.

Link zum Thema
Dokumenten Information
Copyright © mittelhessen.de 2012
Dokument erstellt am 22.10.2012 um 18:23:00 Uhr
Letzte Änderung am 04.01.2013 um 12:45:29 Uhr
Mehr zum Thema
Kommentare (8)
Lieber Herr Glass-rec Pressesprecher,

falls Ihnen bei Ihrem schwierigen Geschäft die Ideen ausgehen sollten, hier ein paar Gratis-Vorschläge für Pressemitteilungen:

1. IG-Tiefenbach-Rentnerin (87) fuhr mit Rollator mehr
mutwillig gegen Woolrec-SUV. Totalschaden am SUV, Geschäftsführer unter Schock. Die Rentnerin grinste nur grausam.

2. IG-Tiefenbach-Kind (5) biss Dobermann eines Woolrec-Mitarbeiters. Der arme Hund musste mit 27 Stichen genäht werden.

3. Schuhcreme-verschmiertes IG-Tiefenbach-Mitglied (50) gab sich als Barack Obama aus und befahl dem Pentagon den Einsatz der Navy Seals gegen Woolrec. Angriff aus dem Lindelbach, Woolrec-Mitarbeiter konnten die Seals nur unter massivem Einsatz von Schwermetallen abwehren.

4. IG Tiefenbach (zusammen 100000 Jahre) lenkte Asteroiden aus der Umlaufbahn und zielte damit auf Woolrec. Nur durch einen glücklichen Umstand fiel er weich auf meterdicke Schichten von Steinwolle und schredderte diese.

...OK, Nummer vier ist vielleicht doch etwas übertrieben. So alt sind die Tiefenbacher dann doch nicht.

Falls mir noch was einfällt, lasse ich Sie es wissen.
Es ist unwahrscheinlich bis unmöglich, daß bei Glassstec das gleiche wie bei Woolrec produziert wird. Dazu passen die Maschinen nicht.
Dementsprechend passt das auch mit dem Gestank nicht. Wobei eh unklar ist, wie man mehr
den Gestankbeschreibt und vergleicht...
Defacto sprach von Gestank,alle glauben es.Erich von Däniken hat Bücher über Ufo´s geschrieben,auch da gab es Menschen die den Mist geglaubt haben. Ich habe schon viel gelesen,doch hab ich alles geglaubt? Tiefenbacher mehr
schreiben sehen und glauben was sie wollen. Es werden sogar schon Menschen angegriffen. Gewalt ist doch immer ein Zeichen für geistige Schwäche,und der plumpe Versuch Schuld von sich zu weisen, macht auf viele Leser und Bekannte meinerseits einen ganz miesen Eindruck ,aber das genau sowas mal passiert war fast klar. Eine bekannte aus Tiefenbach berichtete das bei Demo´s schon Mitarbeiter der Woolrec beschimpft wurden und Liefer und Geschäftsverkehr behindert wurde. Wenn man so versucht gutes zu bewirken oder etwas zu verändern muss man sich nicht wundern wenn man nicht ernst genommen wird.Das Beste wird sein das sich die Unternehmen Kamera´s zulegen.
Was mir aufgefallen ist: Die Journalisten berichten im defcato-Bericht, es habe grässlich gestunken in der Sinner Halle. Das erinnert mich so an den Gestank bei uns Anwohnern in Tiefenbach, da stank es auch oft vom mehr
Woolrec-Gelände her, wenn der Betrieb lief, nach Abdecker, Aas, Müll und Chemie. Das war oft richtig ekelerregend.
Sowohl die Glasstec GmbH & Co KG als auch die Glasstec Verwaltungs GmbH sind Tiefenbacher Firmen, haben ihren offiziellen Sitz im selben Gewerbegebiet wie Woolrec!

Da könnte von heute auf morgen die "Produktion" von mehr
Glasstec nach Tiefenbach verlegt werden. Deshalb kann es Tiefenbach nicht kalt lassen was in Sinn passiert.

Interessant ist die Frage auf welcher Genehmigungsgrundlage in Sinn produziert wird, und was wirklich dort passiert. Es wäre lebens- und wirklichkeitsfremd, hier nicht genau hinzusehen.
Facebook Kommentare
Mehr aus Region Wetzlar
Orte
Wählen Sie Ihren Ort
Anzeige
Anzeige
Anzeige

ERKLÄRUNG Kritiker sollen seine Familie außen vor lassen: Klingelhöfer entschuldigt sich

Mittenaar-Bicken. Gerrit Klingelhöfer bricht sein Schweigen: Der parteilose Mittenaarer Bürgermeister, gegen den die ... mehr

Fahrer war alkoholisiert: Jaguar schnurrt gegen Wohnhaus

Haiger (dwe). In Haiger ist am Freitagabend ein 26-jähriger Mann mit seinem Jaguar in die Ecke eines Wohnhauses ... mehr

Obduktion ergibt keine Hinweise auf Gewalteinwirkung: Vermisster Andreas Kleiber ertrank in der Dill

Herborn (red). Der Tote in der Dill, den Angler am 4. Mai bei Herborn fanden, ist der seit dem 26. April vermisste ... mehr

Zwei Tote bei Messerstecherei in Aurich - Hintergründe unklar

Aurich (dpa) - Nach einer Messerstecherei im ostfriesischen Aurich mit zwei Toten sind die Hintergründe noch völlig ... mehr

LUFTGEWEHR Zweiter beim Aufstiegswettkampf: Schlierbacher steigen in die Gauliga auf

(dp). Die Luftgewehr-Schützen des SV Schlierbach dürfen jubeln! Der Meister der Kreisklasse Biedenkopf steigt als ... mehr

Tennis: Sieg gegen Ivanovic - Barthel im Achtelfinale

Mona Barthel Indian Wells (dpa) - Tennisprofi Mona Barthel steht nach einer herausragenden Leistung im Achtelfinale des mit 5,03 ... mehr
Anzeigen und Anzeigenservice:
Anzeige
Prospektbeilagen