Keine Garantie mehr für Fortuna

Landrat stoppt Einfahrten für 2010

Laut Wolfgang Hofmann gab die Kreisspitze deshalb im Januar bei der Deutschen Montan Technologie GmbH in Essen ein Gutachten in Auftrag. Zwar stehe das schriftliche Ergebnis noch aus, doch der fehlende Notausgang sei bereits moniert. Dass dieses Manko in den Jahren zuvor nicht gestört hat, nun aber zum Stolperstein für die vom überschuldeten Landkreis mit jährlich 300000 Euro bezuschusste Grube werden soll, macht  Dworaczek am veränderten "Sicherheitsbewusstsein" fest. Der Kreis könne nicht  Hallen überprüfen und das Besucherbergwerk auslassen, dessen Gäste zu 50 Prozent Schüler seien. Erster Kreisbeigeordneter Hofmann spricht zudem davon, dass die Bergaufsicht beim  Regierungspräsidium den Zustand zwar bis November noch geduldet habe, nun aber zum Handeln auffordert. Das verlangten auch die Brandschutzauflagen.

Einziger Ausweg sei, einen weiteren maschinell betriebenen Ausgang zu schaffen. Dazu müssten laut Landrat Schuster aber größere Bohrungen am bisher nur kleinen Notausstieg erfolgen. Und die Kostenfrage ist bislang gänzlich ungeklärt.

Der Kreis erwartet das Gutachten mit einer Schätzung "in den nächsten Wochen". "Wenn die Investitionen nicht im Rahmen des bisherigen Zuschusses zu machen sind, würde ein Weiterbetrieb nur noch mit massiver Hilfe des Landes gehen", räumt Hofmann  ein.  Zusagen gibt es allerdings nicht. Betriebsleiter Dworaczek will die  Zahlen des Gutachtens vor den Sommerferien in den Wirtschaftsplan einarbeiten und dem Kreistag  vorlegen.

Seit 1987 vermittelt das Besucherbergwerk mit der Bergbaugeschichte ein Stück Tradition der Region. Als solches ist die Grube Fortuna eigentlich auch als ein fester Bestandteil der neu gestarteten Geopark-Initiative eingeplant, für die der Lahn-Dill-Kreis noch in der vergangenen Woche mit vier weiteren Landkreisen den Startschuss gegeben hat. 

Laut Kreisspitze werden museale und pädagogische Konzepte, auch im Stolleneingang, als Alternative geprüft. Darüber hinaus engagiert sich der Förderverein für ein Rohstoffhaus. "Ohne Untertage-Betrieb wird natürlich alles schwieriger und weniger attraktiv", räumte Wolfgang Hofmann gestern ein.


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