Kochs Auftritt spaltet

Tumulte bei Eröffnung des 50. Hessentags in Stadtallendorf

Polizeisprecher Martin Ahlich spricht in diesem Zusammenhang von einer "vorsorglichen Identitätsfeststellung". Die Personalien seien festgestellt worden, weil die Betroffenen mit Gummibärchen geworfen hätten. Auf die Frage, ob das verboten sei, erklärte Ahlich, nach dem Werfen von Gegenständen könne sich erst nach einiger Zeit herausstellen, ob Menschen Verletzungen davon getragen hätten. Dafür würden die Personalien vorsorglich festgestellt.Roland Koch verfehlen die Demonstranten mit ihren Würfen. Die Gummibärchen regnen über dem Hessentagspaar, Stadtallendorfs Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) und der Musikgruppe. Koch begrüßt die Demonstranten als "liebe Marburger Juso-Gruppe" und schreit während seiner gesamten Rede gegen das Konzert aus Trillerpfeiffen und Jubelschreien an.

In seiner Rede sagt Koch das, was in jeder Eröffnungsrede vorkommt: Gute Wünsche für das bevorstehende Fest, Dank an die vielen Helfer. Um 16.20 Uhr spricht er die erwarteten Worte: "Der 50. Hessentag ist eröffnet", was die Studenten im Zuschauerraum mit "Zugabe"-Rufen goutieren. Schon im von der Polizei umzingelten Weindorf kommt es dann zu heftigen Auseinandersetzungen. Ein Besucher beschimpft eine Studentin als "Dreckspack". Die Frau schreit zurück. Vor allem Stadtallendorfer sind verärgert über den Besuch der Studenten. Auch Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) reagiert gereizt. "Wir haben zwei Jahre auf dieses Fest hingearbeitet. Das machen die, die hier heute protestieren, nicht. Die machen wohl andere Dinge als arbeiten." "Warum kommt ihr zu uns? Demonstriert doch in Wiesbaden." Nach Kochs Rede verlässt der Demonstrantentross das Festgelände im Weindorf - gefolgt von der Polizei. Direkt vor dem Bahnhof wird eine junge Frau aus der Menge gestellt. Einen Moment lang droht die Szene zu eskalieren. Ein älterer Herr stürmt auf die Polizisten los und brüllt: "Lassen Sie meine Tochter los!" Ein weiterer Protestierer wird zur Seite gedrängt und festgehalten. Die anderen Demonstranten kommen zurückgeeilt. Die Beamten erklären ruhig, dass sie nur die Personalien feststellen und niemanden festnehmen wollen. Die Studierenden haben kein Verständnis. "Wir wollten Roland Koch nur für seine Sparpläne zujubeln und jetzt wieder zurückfahren", sagt ein junger Mann. Währenddessen streiten sich wenige Meter weiter zwei Studierende mit einem älteren Ehepaar. "Ihr dürftet gar nix vom Staat kriegen", ätzt der Mann. "Wir kriegen ja auch fast nix", kontert der Student. "Warum kommt ihr zu uns? Demonstriert doch in Wiesbaden oder sonstwo", giftet die Frau.


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