
In der Jury-Begründung hieß es, die Geschichte der deutschen Kolonien zu Kaiserzeiten sei noch nie «so farbig schillernd, so böse komisch» und «so pathologisch weltbeglückend» wie von Kracht erzählt worden. Bei seinem überwiegend von der Kritik gelobten Roman «Imperium» sah der Schweizer sich aber auch mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. Der 45-Jährige zählt zu den bedeutendsten jüngeren deutschsprachigen Autoren, Aufsehen erregte er bereits 1995 mit seinem Debüt «Faserland».
Der Raabe-Preis soll nach Angaben der Stadt heute in Braunschweig überreicht werden. Mit der Auszeichnung werden erzählerische Neuerscheinungen gewürdigt. Unter den früheren Preisträgern waren Hermann Hesse, Max Frisch, Siegfried Lenz und in jüngeren Jahren Wolf Haas, Katja Lange-Müller und zuletzt Sibylle Lewitscharoff. Die Auszeichnung erinnert an den Dichter Wilhelm Raabe (1831-1910), der Vertreter des poetischen Realismus war.







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