
Gleichzeitig wurde sein Nachfolger Hans-Werner Bender vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Peter Ballatz, mit der Ernennungsurkunde in sein Amt eingeführt. Der parteilose Fleisbacher wird am 1. Oktober seinen Dienst offiziell antreten.

Fast 400 Bürger waren ins Gemeindehaus gekommen, um dem scheidenden Bürgermeister zu danken.
Er sehe den Abschied Hubert Kochs mit einem "lachenden und einem weinenden Auge", bekannte Parlamentschef Peter Ballatz. Sowohl in Worten als auch mit einer Diapräsentation erinnerte er an dessen Amtsantritt im Herbst 1994. "Du warst der erste direkt gewählte Bürgermeister der Gemeinde Sinn." Doch das seien nicht die einzigen Meriten Kochs, betonte Ballatz, indem er ihm attestierte: "Du warst ein fleißiger und zuverlässiger Bürgermeister!"
Sinn habe Kochs Engagement und dessen Beharrlichkeit viel zu verdanken, betonte Ballatz, und nannte als Beispiele die Ausweisung des Gewerbegebiets Fleisbach-Ost, den Einstieg in die Breitbandverkabelung, den Ausbau der Kinderbetreuung und den Erhalt des Waldschwimmbades.
Mit seinem Einsatz für die zentrale Sportanlage in Fleisbach habe er sich nicht nur Freunde gemacht. Fakt bleibe aber, dass dank Kochs Wirken und dessen Weitsicht Sinn trotz schwieriger Ausgangslage "gut aufgestellt" sei. Dabei sei Hubert Koch sich immer selbst treu geblieben, attestierte der Parlamentschef dem Ausscheidenden.
Für Hubert Koch waren die 18 Jahre als Bürgermeister allerdings nur die Hälfte seiner politischen Vita. "Ich hatte das Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können", bekannte er mit dem Hinweis auf die 17 Jahre ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit in verschiedenen Gremien. "Es war mir eine Herzensangelegenheit, verlorenes Vertrauen in unsere Gemeinde zurückzuholen", beschrieb Koch seine Motive in einer Rede, die viele emotionale Momente beinhaltete.
Auch im Saal herrschte tiefe Betroffenheit, als der 64-Jährige sich bei seiner Frau Tamara sowie den Kindern Alexander und Viola unter Tränen dafür entschuldigte, dass er in den vergangenen 18 Jahre für sie zu wenig Zeit gehabt habe. "Danke, dass ihr mich nicht habt verloren gehen lassen."
Koch bedankt sich: "Ich hatte immer das Gefühl, dass sie mich tragen"
Mit Blick auf die lange Liste der von Peter Ballatz genannten Projekte stellte Hubert Koch heraus, dass sich Vieles nur dank der guten Zusammenarbeit mit anderen Institutionen habe realisieren lassen. In der Kindergartenthematik zum Beispiel mit den Kirchen, denen er dafür dankte.
Es sei ihm stets um den Dienst an der Gemeinde Sinn im Ganzen gegangen. Wichtig sei ihm in all den Jahren gewesen, dass er stets die Unterstützung der Sinner gespürt habe. "Ich hatte immer das Gefühl, dass sie mich tragen", sagte Hubert Koch zum Publikum gewandt.
Kaum war der Lotse von Bord, übernahm mit Hans-Werner Bender der neue Steuermann das Ruder. "Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen", zitierte er zum Beginn seiner Rede nach der Ernennung den antiken Philosophen Aristoteles. Dies, habe sein Vorgänger Koch stets getan.
In den vergangenen Tagen, in denen er sich im Rathaus intensiv auf seine neue Aufgabe vorbereitet habe, "habe ich an der Seite eines Profis gearbeitet". Derzeit blase dem Schiff, dass sich Gemeinde Sinn nennt, der Wind kräftig ins Gesicht. Deshalb sprach er sich erneut für den Gang unter den so genannten Rettungsschirm des Landes Hessen aus. Dennoch werde ein ausgeglichener Etat mittel- und langfristig nur erreicht, "wenn alle dazu beitragen." Dabei gehe es aber darum, dass die Entscheidungen von den Bürgern als gerecht empfunden würden. Sinn müsse nicht nur lebens- und liebenswert bleiben, sagte Hans-Werner Bender. "Wir wollen auch selbstständig bleiben!"








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