Michael Roth ist auf dem Absprung

Melsungen will HSG-Coach

"Wir wollen nicht allen Spekulationen Vorschub leisten und nicht jeden Namen kommentieren. Ich kann jedoch bestätigen, dass Frau Braun Gespräche mit mehreren Kandidaten geführt hat", sagte uns MT-Pressesprecher Bernd Kaiser. Zu diesen Kandidaten sollen auch der ehemalige Wetzlarer Trainer Holger Schneider (derzeit Geschäftsführer beim Nord-Zweitligisten Empor Rostock) sowie Goran Suton (zuletzt HSG Düsseldorf) gehören. Am Sonntag sitze "auf jeden Fall" noch Balogh auf der Melsunger Bank. "Ich gehe davon aus, dass sich Melsungen in der kommenden Woche entscheiden wird", bestätigte Roth. Dass der übrigens nicht zum ersten Mal in Melsungen war, ist der Wetzlarer Vereinsführung bekannt. "Uns ist gerade erst ein Brief ins Haus geflattert, weil er dort im HSG-Auto geblitzt worden ist", verriet Interims-Geschäftsführer Norbert Weber. Der 65-Jährige äußerte sich "geschockt" über Roths Abwanderungspläne: "Wir haben ihm gerade erst das Gehalt deutlich aufgebessert."

Mit Goran Suton soll schon ein Nachfolger des Trainers bereitstehen

Auch Aufsichtsratskandidat Manfred Thielmann glaubte nach einem Gespräch mit dem Trainer am Montag, "dass der seinen Vertrag bei uns erfüllen will."

"Die Strukturen müssen stimmen, aber das ist bei uns zuletzt ja mehrmals unterbrochen worden", deutete Roth gegenüber dieser Zeitung einen möglichen Beweggrund für einen Wechsel zum Tabellenletzten an, mit dem er in der Vergangenheit bereits immer wieder in Zusammenhang gebracht worden war. Mit dem Hinweis auf "die Gesetzmäßigkeiten im Profisport", deutete der Olympiazweite von 1984 selbst an, ungeachtet des laufenden Vertrags den Arbeitgeber wechseln zu können.

Die Aussicht auf eine sechsstellige Ablösesumme vom zahlungskräftigen Konkurrenten und die Möglichkeit, mit einem neuen Trainer Gehalt einsparen zu können, könnten der finanziell nicht auf Rosen gebetteten HSG den Wechsel sogar schmackhaft machen. Angeblich soll der auch in Melsungen gehandelte Suton bereits als möglicher Roth-Nachfolger "Gewehr bei Fuß" stehen. "Wir haben noch mit keinem anderen Trainer verhandelt", betont Ex-Manager Rainer Dotzauer, der künftig dem neuen HSG-Sportbeirat vorstehen soll. "Wir wollen Michael Roth nicht loswerden, doch wenn jemand mit aller Gewalt weg will, können wir es auch nicht ändern", erklärt der einstige Macher der Grün-Weißen vielsagend und bestätigt, dass der von ihm nach Wetzlar geholte Ex-Nationalspieler eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat. Alle Zeichen deuten auf Trennung hin.


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