Mit Video: Applaus begrüßt Wulff

Der Bundespräsident besuchte gestern Abend Marburg
Bundespräsident Christian Wulff hat am Donnerstag in Marburg seinen Antrittsbesuch absolviert. (Foto: Waldinger)
Bundespräsident Christian Wulff hat am Donnerstag in Marburg seinen Antrittsbesuch absolviert. (Foto: Waldinger)
Bundespräsident Christian Wulff (3 v.l.) hat am Donnerstag in Marburg seinen Antrittsbesuch absolviert. (Foto: Waldinger
Bundespräsident Christian Wulff (3 v.l.) hat am Donnerstag in Marburg seinen Antrittsbesuch absolviert. (Foto: Waldinger)
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Bundespräsident in Marburg

So nach und nach füllt sich der Raum vor der Kirche. Um 19 Uhr stehen immerhin 100 Schaulustige da. Auch Martin Hein, Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, wartet vor dem Gotteshaus auf den Politiker. Doch bald zieht er sich wieder in die Kirche zurück - weil Christian Wulff wohl 20 Minuten Verspätung hat.

"Er hat heute schon einmal 15 Minuten aufgeholt", weiß Polizeipressesprecher Martin Ahlich. Aber jetzt, am Ende einer langen Tour quer durch Hessen, scheint das nicht mehr zu gelingen. Die Polizisten vor dem Portal beäugen derweil immer wieder kritisch einzelne Besucher, vor allem jene, die einen Rucksack mit sich führen. Manch einer muss den Beamten auch einen Blick ins Innere gewähren. Natürlich wissen die Gesetzeshüter, dass Wulff in Wiesbaden Opfer einer Ei-Attacke geworden ist.

Bundespräsident fordert Besucher in Marburg auf, sich zu engagieren

Leichter Applaus brandet schließlich auf, als der Wagen des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten gegen 19.30 Uhr vor der Kirche vorfährt. Nach der Begrüßung durch Hein schreitet er zur Kirche, lächelt und winkt den mittlerweile rund 250 Zuschauern zu. Einigen in der ersten Reihe erfüllt er sogar den Wunsch nach einem Autogramm. "Was ist ihr Erfolgsrezept für Deutschlands Zukunft?", ruft ihm ein Geografie-Student zu. "Sich zu engagieren", lautet Wulffs Rat. Das Studienfach des jungen Mannes hält er für eine gute Wahl: "Wir stellen gerade fest, dass wir über manche Teile der Welt entschieden zu wenig wissen."

Erster Programmpunkt ist sodann ein kurzer Besuch der Elisabethkirche. Erst spielt Nils Kuppe an der Orgel, dann weist Helmut Wöllenstein, Probst des Sprengels Waldeck und Marburg, dem hohen Gast auf einige Besonderheiten der Kirche hin. "Das Anliegen der gotischen Meister war: Ein Stück Himmel senkt sich auf die Erde", beschreibt der Theologe den Gehalt der Gotik.

Küster Rüdiger Lorenz steht derweil versonnen lächelnd am Rand des Kirchenraums. Hat er den Raum der Elisabeth-Kirche für den Besuch des Bundespräsidenten besonders vorbereiten müssen? Der Mann mit dem grauen Bart und dem lilafarbenen Pullover schüttelt lässig den Kopf. "Das haben wir schon öfters gehabt", murmelt er leise.

Weiter geht es schließlich nach einem kurzen Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk vor dem Landgrafenschloss. 140 geladene Gäste warten im Inneren bereits auf den Bundespräsidenten: Die Gästeliste reicht von Landrat Robert Fischbach über Fabian Hambüchen bis zu Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Hier sind es Oberbürgermeister Egon Vaupel, Professor Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität, und Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, die Wulff am Aufgang zum Schloss begrüßen. Wieder nimmt sich der Bundespräsident kurz Zeit für ein Gespräch mit den Bürgern, in diesem Fall den Studierenden, die dort oben wohnen.

"Wenn ich in Ihrem Alter wäre, würde ich wahrscheinlich auch hier wohnen wollen", sagt der 51-Jährige - und bekommt in Folge gleich einen Auftrag mit auf den Weg: "Dann sorgen Sie dafür, dass es lange so bleibt", setzt sich eine Studentin für den Erhalt der Einrichtung ein.

Mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt und dem Bankett im Fürstensaal klingt der offizielle Besuch Hessens aus. Volker Bouffiers Resümee steht am Ende des Tages: "Wir haben einen Bundespräsidenten erleben können", sagt der Hessische Ministerpräsident im Fürstensaal, "der zu den Bürgern geht".


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