Mit Video: Busdrama im Tunnel mit 34 "Verletzten"

Feuerwehr und Katastrophenschutz proben in Dillenburg mit 250 Rettern den Ernstfall
Die "Verletzten" wurden aus dem Schlossbergtunnel gebracht und am Südportal versorgt, bis sie schließlich in die Dillenb
Die "Verletzten" wurden aus dem Schlossbergtunnel gebracht und am Südportal versorgt, bis sie schließlich in die Dillenburger Dill-Kliniken transportiert wurden. (Foto: Gemmer)

Um 10.15 Uhr wurde die Leitstelle in Wetzlar alarmiert, die umgehend die ersten Rettungskräfte losschickte. Knapp 25 Minuten dauerte es, ehe die Helfer am Unfallort eintrafen.

Katastrophenübung

Video: Thomas Naumann

Dort hatten sich ein Reisebus und ein Auto ineinander verkeilt. Bei dem Frontalzusammenstoß im Tunnel wurden – so wollte es das Szenario –  nicht nur die beiden Insassen des Pkw verletzt, sondern auch der Fahrer des Reisebusses. Einige Insassen waren außerdem leicht bis schwer verletzt worden. Die Retter arbeiteten fieberhaft, aber die Bergung der Passagiere dauerte bis zu eineinhalb Stunden. Die "Opfer" litten unter ihren Verletzungen, schrien und weinten, so dass die Sanitäter große Mühe hatten, die Geschundenen – darunter auch viele Kinder – zu beruhigen.

Doch damit nicht genug. In einem Folgeunfall knallten zwei Linienbusse und ein weiterer Pkw ineinander – erneut waren viele, liebevoll blutig geschminkte,  Verletzte zu bergen. 
Für die Rettungskräfte der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes bedeutete dieses Szenario "Stress pur". Sie mussten zum Beispiel entscheiden, welches der insgesamt 34 Opfer zuerst behandelt werden muss und welche Verletzten noch etwas warten können.

Immer mehr Rettungsfahrzeuge stauten sich am Südportal des Schlossbergtunnels. Dort wurde ein Lager zur Erstversorgung der Opfer aufgebaut. Später wurden die Verletzten ins Dillenburger Krankenhaus gebracht.

"Wir haben  Szenarien ausgearbeitet, um zu üben, wie die Opfer bestmöglich versorgt werden können", sagte Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz. Die technische Einsatzleitung vor Ort hatte Dillenburgs Stadtbrandinspektor Michael Reichel übernommen. Auch die Informationspolitik lief im "Katastrophen-Modus". Um die Rettung so realitätsnah wie möglich zu inszenieren, wurde die Pressearbeit in "Echtzeit" bewältigt.
"Ich kann nur sagen, dass wir bisher über 25 leicht bis schwer verletzte Menschen haben. Fünf Wehren aus den Dillenburger Stadtteilen sind vor Ort", sagte Michael Lotz zweieinhalb Stunden nach der Alarmierung.

Kreisbrandinspektor Rupert Heege, der den Einsatz mit dem Führungs- und Katastrophenschutzstab in Wetzlar leitete,  zog nach der Alarmübung ein positives Fazit. "Zwar werden viele Nachbesprechnungen folgen, aber wir können heute schon sagen, dass dieses große Ereignis gut bewältigt wurde", lobte Heege seine Mitstreiter. Beteiligt waren die Feuerwehren aus dem Raum Dillenburg, das Deutsche Rote Kreuz aus Dillenburg und Wetzlar sowie die Wetzlarer Malteser.

Hinzu kamen hauptamtliche Mitarbeiter des Kreises, die unter anderem im Krisenstab in Wetzlar mitarbeiteten, Kräfte der Polizei und der Bundeswehr, diverse, Kreisbrandmeister und die Einsatzleitung des Dillenburger Krankenhauses, in dem erstmals der so genannte Krankenhaus-Einsatzplan zum Tragen kam.
"Wir wollten Erkenntnisse gewinnen, wie ein solches Ereignis in der Realität bewältigt werden kann", sagte Heege. Dieses Ziel sei erreicht worden. Die Rettung habe sich "langsam aufgebaut", wie es auch in realen Situationen der Fall sei. Unter anderem habe eine Kommunikation zwischen Rettern und Führungsstab aufgebaut werden müssen.

"Schiedsrichter" vor Ort hätten die Übung beobachtet, so dass nachher dokumentiert werden könne, "wo es gehakt hat". Wichtig sei das "strukturierte Arbeiten" aller Einsatzkräfte gewesen, blickte Heege zurück: "Schließlich kommt ein solches Ereignis nicht alle Tage vor."  Jetzt werde die Übung analysiert, anschließend könnten die Ergebnisse in den künftigen Ausbildungsplan einfließen.


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