Mit Video: Finanzpolitik ist Chefsache

Biedenkopfs neuer Bürgermeister ist in sein Amt eingeführt

Die Vorfreude auf die neue Herausforderung ist groß. "Ich bin voller Tatendrang, freue mich sehr auf das Amt und dass ich in meiner Heimatstadt Bürgermeister sein darf", betont er, um dann sofort einzuschränken: "Ich weiß auch, dass nicht alles umsetzbar ist."

Erfahrung in der kommunalen Verwaltungsarbeit hat das neue Stadtoberhaupt bereits. Fast zehn Jahre war Thiemig Bauamtsleiter bei der Stadt Gladenbach, zudem als Betriebsleiter der technischen Werke zuständig für den Bauhof, für Wasser und Abwasser. Und er war Geschäftsführer des interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal, an dem die Kommunen Gladenbach, Lohra und Bad Endbach beteiligt sind. "Das ist mit mein Kind", sagt Thiemig.

Er räumt aber auch ein, dass er sich nach acht Jahren Tätigkeit als stellvertretender Personalreferent beim Uniklinikum in Marburg neu einfinden muss in die Abläufe einer Kommunalverwaltung. Zunächst einmal will er die Mitarbeiter kennenlernen, mit jedem einzelnen, aber auch mit allen gemeinsam reden. Vor allem aber will er zuhören, schließlich, so sagt er, "sind die Mitarbeiter ein wichtiges Instrumentarium, mit dem ich arbeiten will."

Parallel dazu hat die Aufstellung des Biedenkopfer Haushalts 2011 oberste Priorität. "Ich muss ihn einbringen und politisch vertreten", begründet Thiemig, warum er ganz maßgeblich das Zahlenwerk mit erarbeiten will. "Es soll mein Haushalt sein, und ich will ihn bis ins Detail verstehen", schiebt er noch nach. Er spricht von einer "finanzpolitisch äußerst schwierigen Situation" der Stadt Biedenkopf. Es bedürfe großer Anstrengungen, einen einigermaßen tragbaren Etat vorzulegen, macht er deutlich und geht von einem "nicht kleinen Defizit aus".

Dennoch wird er versuchen, im Etat seine politischen Schwerpunkte deutlich werden zu lassen. "Ich will eine ausgewogene Politik für alle Bürger in allen Stadtteilen machen", bekräftigt Thiemig. Das heißt für ihn auch, präsent zu sein, zuzuhören, die Menschen ernst zu nehmen. Dazu gehört auch, zu erklären, warum manche Dinge nicht möglich sind.

Familienpolitik steht für den Dexbacher Familienvater ganz oben. Er will sich sowohl für den Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige stark machen, als auch die Stadt für Senioren attraktiv gestalten. Als Beispiele nennt er innenstadtnahe Einkaufsmöglichkeiten, barrierefreie Gehwege, Beratungs- und Freizeitangebote.

Die Themen Stadtentwicklung und erneuerbare Energien stehen ganz obenan

Das beinhaltet auch "die intensive Beschäftigung" mit Stadtentwicklung. "Wir müssen uns sowohl um die Innenstadt als auch um die Ortskerne kümmern", ist sich Thiemig bewusst und befürwortet das vom Bürgerblock geforderte Leerstandsmanagement. "Man muss sich Gedanken machen, welche Bereiche in der Innenstadt entwickelt werden können. Es gibt doch etliche, die dafür in Frage kommen", sagt er. Er weiß aber auch: "Das ist ein dickes Brett, an dem man lange bohren muss."

Das gilt sicherlich ebenso für die Förderung erneuerbarer Energien, die bisher, so Thiemig, "in Biedenkopf kein Thema war." Er will sie zum Thema machen, "denn damit lässt sich Geld verdienen", ist der neue Bürgermeister überzeugt. Und nennt "eine solide Finanzpolitik als Basis für alles". Dass die "Chefsache" sein müsse, verstehe sich von selbst.


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