Mit Video: Freie Fahrt auf der B3

Über 20 000 Fahrzeuge rollen jetzt täglich auf der neuen Straße
Die ersten Autos rollen nach der offiziellen Freigabe nun durchgehend zweispurig von Marburg auf der B3 gen Gießen. (Fot
Die ersten Autos rollen nach der offiziellen Freigabe nun durchgehend zweispurig von Marburg auf der B3 gen Gießen. (Foto: Meistrell)
Ad acta legen Dr. Christean Wagner (von links), Verkehrsminister Dieter Posch, Landrat Robert Fischbach und ASV-Leiter W
Ad acta legen Dr. Christean Wagner (von links), Verkehrsminister Dieter Posch, Landrat Robert Fischbach und ASV-Leiter Willi Kunze die Pläne für den nun vollendeten B3-Lückenschluss.
Bevor die Festreden gehalten wurden, konnten die Gäste schon einmal in der Broschüre zum B3-Lückenschluss blättern. (Fot
Bevor die Festreden gehalten wurden, konnten die Gäste schon einmal in der Broschüre zum B3-Lückenschluss blättern. (Fotos: Meistrell)
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B3 Einweihung

Als Gastgeber hatte Burkhard Vieth, Präsident des Hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, rund 200 Festbesucher begrüßen können. Nicht nur Bauarbeiter und Anwohner, Planer, Politiker aus den Kommunen, dem Kreis, dem Land und aus Berlin waren gekommen, um die Vollendung des 56-Millionen-Euro-Projektes zu feiern.

Der Parkplatz vor dem Gasthaus zur Ochsenburg, einst eine gerne angefahrene Raststätte an der B3, war extra für dieses Ereignis geteert worden. Dort war ein Festzelt aufgebaut und ab heute Morgen ist dort wieder Ruhe, denn dann führt dort nur noch eine Kreisstraße vorbei.

An der Wand des Zeltes hingen die Pläne für das 4,6 Kilometer lange Stück des Lückenschlusses und Gerhard Rühmkorf aus dem Bundesverkehrsministerium lobte die Vollendung des Bauwerkes. Das sei umso wichtiger, weil für die Bundesstraße 3 im Marburger Raum bis 2025 ein Anstieg des Verkehrsaufkommens von derzeit mindestens 20 000 auf bis zu 35 000 Fahrzeuge vorausgesagt sei. Die bereits im Bau befindliche Umgehungsstraße der B 255 zwischen der B3 bei Niederweimar bis nach Oberweimar solle in zwei Jahren fertig sein, so Rühmkorf.

Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) hat die Entwicklung der B3 schon lange im Blick. Während seiner Rede verriet er, dass er als Marburger Student an der mittelhessischen Hauptverkehrsader gestanden habe, um per Anhalter nach Gießen zu kommen. Dort studierte seine damalige Freundin. Mit der ist er nun schon viele Jahrzehnte verheiratet und ebenso lange sei auch die Bundesstraße 3 sein Begleiter gewesen.

Posch freut sich, dass nun der mittelhessische Raum noch besser an das Rhein-Main-Zentrum angebunden ist. Er lobte aber auch die Unterstützung von Seiten der Bevölkerung. Denn während andernorts Menschen gegen geplante Umgehungen auf die Straße gingen, sei es in Weimar genau andersherum. Hier wurde der Lückenschluss gefordert.

Bürgerinitiative lobt die Zusammenarbeit mit dem Marburger ASV

Und genau das war ein harter Weg, wie Claudia Schmidt als Vertreterin der Bürgerinitiative bei der offiziellen Eröffnungsfeier erklärte. Sie dankte ausdrücklich Willi Kunze, der über viele Jahre während seiner Zeit als Projektleiter des Straßenbauamtes Ansprechpartner für die Initiative war. Nach der Rückkehr im vorigen Jahr, dann aber als Amtsleiter, habe er noch einiges "glatt bügeln können", so Schmidt. Hier habe es ein ausdrücklich sehr positives Miteinander zwischen Planern, Politik und Bürgern gegeben. Schmidt nutzte ihre Rede auch dazu, einen Reihe von Weggefährten im Kampf für den Lückenschluss zu danken. Karl Krantz, der Weimarer Ehrenbürgermeister, war einer von ihnen. Während seiner fast 36-jährigen Amtszeit war die B3 ein Dauerthema, auch, so Krantz im Gespräch mit dieser Zeitung, weil die Feuerwehr und die Rettungskräfte dort jedes Jahr zum Teil mehrfach wegen schwerer Unfälle aktiv werden mussten. Krantz wünschte sich auch, dass nun die Gemeinde von der autobahnähnlich ausgebauten Straße profitiert und als Gewerbestandort attraktiver werde.

Der Tross der Offiziellen setzte sich nach nach dem Festakt an der Ochsenburg zur B3 in Bewegung. Die Ehrengäste fuhren im offenen Baulaster, gefolgt von drei Bussen mit den übrigen Festbesuchern.

Auf der B3 durfte die Kradstaffel des Marburger Polizeimotorsportclubs ihre Kunststücke vollführen.

Dann, gegen 15 Uhr, rollte auch der normale Verkehr zweispurig gen Gießen.

Bis alle Abfahrten bei Niederweimar und Gisselberg befahrbar sind, wird es noch ein wenig dauern. Auch das Gros der zu pflanzenden 800 Bäume muss noch in die Erde gebracht werden.

Und die Straßenplaner des Marburger ASV haben schon das nächste Großprojekt im Visier. Denn vom Lückenschluss führt der Weg direkt weiter auf die Umgehungsstraße vom Niederweimar Kieswerk über Oberweimar auf die B255 gen Herborn. Dieses 16-Millionen-Projekt soll in zwei Jahren befahrbar sein.


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