Mit Video: Schlösser zeigen die Liebe

Projekt des Skulpturenparks
Die künstlerische Leiterin Ursula Cyriax und ihr Mann bringen befestigen ein Liebesschloss an der Obermühlsbrücke. (Foto
Die künstlerische Leiterin Ursula Cyriax und ihr Mann bringen befestigen ein Liebesschloss an der Obermühlsbrücke. (Fotos: Bleck)
Direkt nach dem Kauf können die Besucher sich ihre Schlösser gravieren lassen.
Direkt nach dem Kauf können die Besucher sich ihre Schlösser gravieren lassen.
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Neu ist die Idee nicht, auf diese Weise seine Zuneigung zu dokumentieren. Ähnliche Brücken gibt es schon in Köln und New York. Nun hat Ursula Cyriax den Gedanken im Zuge des Skulpturenparks auch ins Hinterland gebracht.

Video: Hartmut Bünger

Video: Hartmut Bünger

"Es ist ein Angebot an die Biedenkopfer", unterstreicht die Berliner Künstlerin. Ein Angebot, das für sie einen tieferen Sinn hat. Sehr viel Angst steckt nach ihrer Beobachtung in den Menschen. Angst, in Zeiten der Globalisierung den Überblick zu verlieren, Angst um den Arbeitsplatz, Angst vor der Zukunft. "Ich denke, dass die Liebe stärker ist als die Angst", unterstreicht Ursula Cyriax - und diese Brücke mit ihren Liebesschlössern sei zumindest eine Möglichkeit, sich mit anderen zu verbinden und die Liebe zu bekräftigen.

Manch ein Passant belächelt das neue Kunstprojekt

Wie die anderen Projekte des "Skulpturenpfads 2011" sind auch die "Liebesschlösser" von einem modernen Kunstbegriff geprägt: Über unterschiedliche Generationen und Gesellschaftsschichten hinweg arbeiten Menschen zusammen, gestalten ihre Umgebung und haben auch noch Spaß dabei. Die ehemalige Kreisstadt biete wunderbare Dinge wie etwa eine herrliche Natur, betont die gebürtige Biedenkopferin erneut. Nun gehe es ihr zusammen mit Kulturreferentin Birgit Simmler und mobja-Leiterin Katja Imhof darum, ein paar kleine Kulturereignisse hinzuzufügen.

Die Resonanz fiel indes sehr gering aus. Zweieinhalb Stunden nach dem Start der Aktion hingen gerade einmal 15 Schlösser am Maschendrahtzaun. Stattdessen machte manch einer der Passanten keinen Hehl daraus, dass er mit der Aktion nichts anfangen kann. "Das soll Kunst sein", bekamen die Aktiven etwa zu hören, "wohl eher die Kunst, denen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen".

Die Berliner Künstlerin nahms locker. "Wenn es dabei bleibt, dann nehmen die Biedenkopfer es wohl nicht an", sagte sie gelassen. Die Hoffnung, dass sich das in den kommenden Tagen ändert, mochte sie aber noch nicht aufgeben. Schließlich sei ein Anfang gemacht, und auch die Brücken voller Schlösser in Paris, Köln und New York hätten sich schließlich erst nach und nach entwickelt.

Sie könne sich jedenfalls gut vorstellen, dass Brautpaare oder Paare, die ihre Silberhochzeit feiern, die Obermühlsbrücke künftig nutzen, um dort ein kleines Schloss als Symbol ihrer Liebe anzubringen.

Die nächste Gelegenheit dazu ist am Sonntag, 1. Mai. Parallel zum Garten- und Pflanzenmarkt können Besucher wieder Vorhängeschlösser kaufen und gravieren lassen. Und nicht nur dann. Die Firmen Ellenberger in Biedenkopf und Blankenburg in Gladenbach bieten diesen Service ebenfalls an. Und natürlich könne jeder selbst ein Schloss besorgen und beschriften, betonte Ursula Cyriax, das gehe selbst mit einem einfachen Filzstift.

Dass die Liebesbrücke in Zukunft vielleicht doch noch mehr Freunde findet, bewiesen zwei junge Frauen, die im Sonnenschein über die Holzbrücke liefen. Sie waren sich einig: "Das ist witzig."


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