Mit Videos: Beck ist Bürgermeister

Stichwahl in Angelburg: SPD-Kandidat holt 55,4 Prozent
Da freut sich auch der amtierende Bürgermeister Norbert Mai (l.): Mit einem Kuss gratuliert Anne-Carina Beck ihrem Mann
Da freut sich auch der amtierende Bürgermeister Norbert Mai (l.): Mit einem Kuss gratuliert Anne-Carina Beck ihrem Mann zur gewonnenen Wahl.
Gut besucht war das Bürgerhaus Frechenhausen bei der Wahlparty. Diesmal waren auch die Bürgermeister aus der Region gut
Gut besucht war das Bürgerhaus Frechenhausen bei der Wahlparty. Diesmal waren auch die Bürgermeister aus der Region gut vertreten.
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Das Ergebnis lag zwar schon rund 40 Minuten nach Schließung der Wahllokale vor, spannend blieb die Auszählung aber wieder bis zum Schluss. Die Frage war: Wem geben die rund 400 Wähler ihre Stimme, die in der ersten Runde für den ausgeschiedenen Heiko Valentin gestimmt hatten? Folgen sie dessen Aufruf, Thomas Beck zu wählen oder wollen sie den ebenfalls parteilosen Reiner Haffer im Rathaus sehen.

Bürgermeister Beck

Von 50 auf 70 Prozent in Frechenhausen, von 70 auf 80 Prozent in Lixfeld

"Ich denke, es wird knapp werden für mich", sagte Haffer noch vor der Bekanntgabe des ersten Ergebnisses im Bürgerhaus Frechenhausen, "Thomas Beck hat schon recht gute Karten." Der SPD-Kandidat wollte zu dem Zeitpunkt gar nicht über den möglichen Ausgang der Wahl spekulieren: "Ich warte bis zum Schluss. Das hab ich letztes Mal auch getan, und das hat sich als weise erwiesen."

Frau Beck
Wahlleiter Simon

Tatsächlich nahm der Abend bis zu Becks Wahlsieg einen ähnlichen Verlauf, wie der des Urnengangs vor zwei Wochen. Das Frechenhäuser Ergebnis lag wieder als erstes vor. Wahlleiter Thomas Simon gab die Zahlen wie gehabt vor den versammelten Kandidaten und ihren Unterstützern sowie örtlichen Kommunalpolitikern, etlichen Bürgermeistern aus der Region sowie interessierten Bürgerinnen und Bürger bekannt. Sie lauteten: 70 Prozent der Frechenhäuser wollen Beck als Bürgermeister. Damit holte der SPD-Mann in der SPD-Hochburg 20 Prozent mehr als im ersten Durchgang. Das heißt, vier von fünf Wählern, die zuvor noch für den ausgeschiedenen Heiko Valentin (parteilos) waren, schwenkten nun auf Beck um.

Den Vorsprung vor dem Mitbewerber Reiner Haffer baute der SPD-Mann mit satten 80,2 Prozent in seinem Heimatort Lixfeld noch aus.

Exakt umgekehrte Verhältnisse wie in Lixfeld herrschten in Gönnern, dessen Ergebnis Becks Höhenflug wenige Minuten später einen gehörigen Dämpfer versetzte: In seinem Heimatort holte Reiner Haffer seinerseits 80,2 Prozent.

"Bin stolz, dass ich fast die Hälfte aller Wähler überzeugen konnte."

Nur 99 Menschen wollen Thomas Beck dort als Bürgermeister. Stand nach drei Wahlbezirken: 55,3 Prozent für Beck und 44,7 Prozent für Haffer.

Gespannt warteten die mittlerweile rund 100 Menschen im Bürgerhaus Frechenhausen auf das Briefwahlergebnis, das Thomas Beck im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit gekostet hatte. Fast 500 Angelburger wählten diesmal per Brief. Am Ergebnis änderten sie aber nichts mehr. "Ich bin stolz darauf, dass ich fast die Hälfte aller Wähler überzeugen konnte", sagte der geschlagene Reiner Haffer nach der Wahl, "die fehlenden fünf bis sechs Prozent haben die Parteisoldaten der SPD ausgemacht". Er hoffe, dass Beck Transparenz in die Gemeinde bringe, sagte Haffer, "das war eines meiner zentralen Anliegen". Dann ergriff er das Mikrofon im Saal, dankte allen Wählern für ihr Vertrauen, seiner Familie für die Unterstützung - "das schweißt zusammen" - und gratulierte Beck zum Sieg.

Nicht er allein: Lang war die Schlange derjenigen, die anstanden, um dem strahlenden Thomas Beck die Hand zu schütteln oder ihn feste zu umarmen. "Ich bin stolz auf Angelburg", sagte der neue Bürgermeister dann von der Bürgerhaus-Bühne herunter, "darauf dass die Wahlbeteiligung so hoch geblieben ist. Das ist ein positives Zeichen für die Kommunalpolitik in Angelburg, und es macht Hoffnung für die Zukunft." Auch Beck bedankte sich bei seiner Frau und seiner Familie für die Unterstützung, bei seinem Arbeitgeber, der sein politisches Engagement mittrage, bei allen Bürgern für ihre Beteiligung und seinen Wählern für ihre Stimmen: "Ich denke, Angelburg hat die richtige Entscheidung getroffen", rief er den applaudierenden Menschen zu. Auch Bürgerliste/FWG und die Christdemokraten sprach der künftige Rathauschef am Wahlabend an und warb für eine offene und sachorientierte Politik aller politischen Kräfte.


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