Mit Videos: "Magie ist mein Leben"

Als Massimo verzaubert der Weilmünsterer Jörg Hofmann das Publikum
Jörg Hofmann in seinem Wohnzimmer: Zuhause ist er kein Zauberer, sondern vor allem alleinerziehender Vater. (Foto: Janse
Jörg Hofmann in seinem Wohnzimmer: Zuhause ist er kein Zauberer, sondern vor allem alleinerziehender Vater. (Foto: Jansen)
Seit Jahren ist Jörg Hofmann mit den Magiern Siegfried und Roy befreundet. Mit ihnen teilt er die Leidenschaft für weiße
Seit Jahren ist Jörg Hofmann mit den Magiern Siegfried und Roy befreundet. Mit ihnen teilt er die Leidenschaft für weiße Tiger.
Laut Jörg Hofmann war  das vor drei Jahren die teuerste Illusion Deutschlands: Massimo fliegt durch eine Flugzeugturbine
Laut Jörg Hofmann war das vor drei Jahren die teuerste Illusion Deutschlands: Massimo fliegt durch eine Flugzeugturbine.
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Dieser Traum ist in Erfüllung gegangen. Mit 18 begann Hofmann seine Karriere als Zauberer Massimo. Inzwischen ist der Weilmünsterer im ganzen Land unterwegs, auch in Las Vegas stand er schon auf der Bühne, ein Eintrag im Guinness Buch der Weltrekorde 2002 trägt seinen Namen.

Kartentrick

Blind legte Massimo 2001 die Strecke von Weilburg nach Weilmünster in einem Lkw zurück. Neben ihm saß ein Fahrlehrer, über dessen Gedanken er sich orientierte. "Natürlich habe ich die Strecke im Vorfeld geübt und mir eingeprägt, aber der Rest war Telepathie", sagt Hofmann.

Ein Experiment - das für viel Wirbel sorgte: Fernsehsender wurden auf Massimo aufmerksam. TV und Radio übertrugen die Blindfahrt live. Plötzlich war der Mann aus Weilmünster im ganzen Land bekannt. Und er dachte darüber nach, seinen Job an den Nagel zu hängen und sich ganz der Magie hinzugeben.

Tricks

Hofmann ist gelernter Krankenpfleger. Seit 31 Jahren arbeitet er in der Vitos Klinik Weilmünster - erst in der Psychiatrie, heute im Erzieherdienst mit behinderten Menschen. "Mein Job macht mir sehr viel Spaß, aber er ist auch sehr anstrengend. Da ist die Zauberei ein guter Ausgleich."

Auf die internationale Karriere im Rampenlicht hat Hofmann für seine Kinder verzichtet. Seit einigen Jahren ist der 49-Jährige alleinerziehender Vater von Marlon (16) und Alina (13). Ein Leben aus dem Koffer, von Hotel zu Hotel, von Auftritt zu Auftritt ist da nicht möglich.

Kunststücke

Bereut hat er die Entscheidung nie. "Wenn die Zauberei heute mein Alltag wäre, würde ich vielleicht Gefahr laufen, dass es langweilig wird", sagt Hofmann. Dabei will er doch gerne noch, wie Clown Oleg Popov, mit 80 auf der Bühne stehen.

Mit Hilfe der Magie lässt Hofmann den Alltag hinter sich. Er schlüpft in eine andere Rolle. "Letztlich sind wir Schauspieler, die einen Zauberer spielen", sagt der gebürtige Weilmünsterer. Entscheidend sei oft nicht der Zaubertrick, sondern die Art, wie er präsentiert würde. Das Publikum verzaubern, darin sieht Hofmann die Aufgabe eines Magiers. Er mag das Publikum, das mitgeht, nicht analysiert. Wie er sollen auch die Zuschauer dem Alltag entfliehen. "Wir haben heute so viele Probleme, regen uns über so viele Kleinigkeiten auf. Das sollen die Zuschauer vergessen." Doch viele wollten nur noch wissen, wie der Trick funktioniert. "Dabei geht es in der Magie doch gar nicht darum, etwas zu verstehen, sondern um die Illusion."

Interview

Anfangs hat Hofmann die Menschen mit Kartentricks und Straßenzauberei illusioniert. Ein Freund nahm ihn mit zu seinen Auftritten. Gemeinsam zauberten sie ein paar Jahre in mittelalterlichen Kostümen auf Burgen, zeigten den Zuschauern Kartenspielertricks.

2011 will Massimo zum zweiten Mal ins Guinness Buch der Rekorde

An seinen ersten Solo-Auftritt kann Hofmann sich noch genau erinnern. Der Vorhang öffnete sich und vor ihm saßen 500 erwartungsvolle Zuschauer und keiner an seiner Seite, auf den er sich stützen konnte. "Ich war nie ein Mensch, der unbedingt auf die Bühne wollte. Und damals hatte ich einfach Angst, dass es keinen Applaus gibt", erinnert sich Hofmann. Doch nach der ersten Schreckensminute löst sich die Anspannung. Der Auftritt wird ein Erfolg. Das Lampenfieber aber begleitet ihn heute noch.

Als der Freund stirbt, muss sich Hofmann neu orientieren. Er macht Workshops bei Zauberern aus der ganzen Welt. Lernt von David Copperfield, trifft Siegfried und Roy nach ihrer Show in Las Vegas - noch heute ist er mit den beiden deutschstämmigen Magiern befreundet.

"Durch die Kontakte und Workshops habe ich mein Profil entwickelt", sagt Hofmann. Sieben unterschiedliche Shows hat er heute im Repertoire - mal amüsiert er die Zuschauer als Hausmeister, mal als Mafiosi. "Ich verzaubere alle" - auf Kindergeburtstagen, dem Jubeltag der Oma, der Firmenfeier, einer Gala, einem Magical Diner oder als Anheizer für eine andere Show.

Für 2011 hat sich Massimo nochmal großes vorgenommen. Er will wieder ins Guinness Buch der Weltrekord. Für die Feier anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Verein "Menschen für Kinder" plant er eine große Aktion - was, wird noch nicht verraten.

"Magie ist mein Leben, leben ist Magie", sagt Hofmann. Doch Familie und Job sind ihm heute ebenso wichtig. "Ich liebe meine Kinder und meinen Beruf. Meine Kollegen sind wie eine kleine Familie." Und so wie die Magie ihm einen Ausgleich zu seinem anstrengenden Job gebe, so erde die Arbeit in der Klinik Massimo nach Auftritten im Rampenlicht und Applaus.

Zu seinem Künstlernamen ist Jörg Hofmann übrigens ebenso gekommen wie zur Zauberei - über den Fernseher. Seinen Geburtsnamen Klein hielt er nicht für bühnentauglich und suchte einen Künstlernamen.

Im Abspann eines Filmes entdeckte er dann Massimo und blieb dem Namen treu - heute würde er allerdings auch als Jörg Hofmann auf die Bühne gehen.


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