Neues Geld für alte Schulen

INVESTITIONEN Fast acht Millionen Euro zusätzlich / Steffenberg ist größtes Projekt

Seit den 60er Jahren (fast) nichts gemacht - die Hinterlandschule in Steffenberg wird in den kommenden Jahren für 2,2 Millionen Euro komplett saniert. (Foto: Heimrich)

Wie die Städte und Gemeinden bekommt auch der Kreis Geld aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes Hessen (KIP). Insgesamt können vom Kreis 7,85 Millionen Euro beantragt werden - als Darlehen von der landeseigenen Wirtschafts- und Infrastrukturbank. Das Darlehen läuft über 30 Jahre. Das Land tilgt 80 Prozent davon (knapp 6,3 Millionen Euro), und der Kreis 20 Prozent aus seinem eigenen Haushalt (rund 1,6 Millionen Euro).

Auf fast 5,5 Millionen Euro summieren sich die KIP-Vorhaben an den Schulen im Kreis. Die meisten waren schon geplant. Neu ist, dass es nun neues Geld dafür gibt, bislang vorgesehene Mittel können anderweitig verwendet werden. Neu ist auch, dass sich der Kreis nach den energetischen Schulsanierungen nun mit dem KIP-Programm auf die  "Verbesserung des Lernumfelds" konzentrieren will. 

Dreigeschossiges Gebäude aus den 60er Jahren wird für 2,2 Millionen Euro komplett saniert

Für Steffenberg heißt das, dass die Energiebilanz nach der Sanierung zwar nicht an ein Passivhaus heranreicht. Trotzdem gibt es für den dreigeschossigen Klassentrakt aus den 60er Jahren das volle Programm. Saniert wird die Gebäudehülle mit Fassade, Dach und Fenstern. Zur "Lernumfeldverbesserung" gehört der Innenausbau mit der Grundsanierung der Klassenräume und Sanitäranlagen. Die Klassenräume werden neu ausgestattet - von Tisch und Stuhl über Beleuchtung bis zu Dokumentenkameras und Beamern. Drittes Thema der Sanierung sind Brandschutz und Sicherheitstechnik. Dazu kommen Inklusion und Barrierefreiheit, unter anderem mit einem Aufzug.

Dieses Jahr gehört der Planung, gebaut wird 2017 und 2018, und zwar unter laufendem Schulbetrieb in "vertikalen Bauabschnitten", wie der zuständige Fachbereichsleiter Klaus Herrmann erklärt, "mit drei Treppenhäusern im Gebäude ist das gut möglich". Bis 2020 muss die Endabrechnung laut den KIP-Vorschriften beim Land vorliegen. "Eine vernünftige Zeitschiene" nennt Herrmann das, "die Umsetzung ist kein Problem".

In Steffenberg werden auch noch die Umkleiden und Duschen der Turnhalle mit KIP-Geld saniert (281 000 Euro). Knapp 400 000 Euro werden in die Adolph-Diesterweg-Schule in Weidenhausen investiert, knapp 160 000 Euro KIP-Mittel gibt es für die Grundschule Breidenbach. Ein Werkraum für die Grundschule Buchenau, eine Bushaltestelle in Niedereisenhausen sowie Investitionen in die Grundschule Gladenbach (265 000 Euro) waren ebenfalls schon geplant und sind nun auf das KIP-Darlehen umgebucht. Gut 1,3 Millionen Euro fließen in mehrere Schulen im Nord- und Ostkreis.

Eine halbe Million Euro stellt der Kreis jenseits der großen Vorhaben pauschal den Grundschulen zu Verfügung. Sie sollen selbst Dinge beantragen, die sie brauchen, um ihr Lernumfeld zu verbessern. Weitere 122 000 Euro gibt es für die Einrichtung in Haupt- und Realschulen.  Nicht im KIP-Programm, aber trotzdem auf der Agenda steht die Komplettsanierung des Förderstufengebäudes der MPS Dautphetal. Das Vorhaben kostet ungefähr genauso viel wie in Steffenberg und wird im gleichen Zeitraum umgesetzt.

Ansonsten werden mit dem KIP-Geld Hardware und Server für die Kreis-Verwaltung und die Zentrale Leitstelle gekauft und das Gesundheitsamt saniert. Rund 1,3 Millionen Euro fließen in Kreisstraßen und Radwegeausbau. Die Liste der Straßen, die saniert werden sollen, will der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) in der Kreistagsitzung am Freitag vorlegen.

Der Kreistag muss dann in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl beschließen, dass das KIP-Darlehen überhaupt beantragt und für die vorgeschlagenen Zwecke ausgegeben wird. Es entlastet  den Kreishaushalt in den kommenden zwei Jahren um rund drei Millionen Euro.  Das Geld soll in den Wohnungsbau investiert werden.


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